Gruppe der Syker BBS Europaschule nimmt an Projekt zu interkultureller Verständigung in Parabiago teil

Grenzen überwinden in Italien

Syke. Eine 14-köpfige Gruppe von Lehrkräften und Schülern und Schülerinnen der BBS Syke Europaschule, darunter vier junge syrische Flüchtlinge, ist kürzlich nach einer spannenden, wunderschönen Woche aus Parabiago (Mailand) von einer erneuten Projektbegegnung im Rahmen des EU-geförderten Erasmus-Plus-Schülerbildungsprojekts „The European ABC – Awareness of Borders to Cross“ (Bewusst Grenzen Überwinden) zurückgekehrt. Gemeinsam mit Delegationen der Partnerschulen in Torun/Polen und Bendinat/Spanien verbrachten sie eine intensive Woche mit einem umfangreichen Programm zum Thema interkulturelle Grenzen zu überschreiten.
15.10.2017, 00:00
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Von FR
Grenzen überwinden in Italien

Die Schülerinnen und Schüler von „The European ABC“ im italienischen Bergamo, darunter auch die Gruppe der BBS Syke Europaschule.

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Syke. Eine 14-köpfige Gruppe von Lehrkräften und Schülern und Schülerinnen der BBS Syke Europaschule, darunter vier junge syrische Flüchtlinge, ist kürzlich nach einer spannenden, wunderschönen Woche aus Parabiago (Mailand) von einer erneuten Projektbegegnung im Rahmen des EU-geförderten Erasmus-Plus-Schülerbildungsprojekts „The European ABC – Awareness of Borders to Cross“ (Bewusst Grenzen Überwinden) zurückgekehrt. Gemeinsam mit Delegationen der Partnerschulen in Torun/Polen und Bendinat/Spanien verbrachten sie eine intensive Woche mit einem umfangreichen Programm zum Thema interkulturelle Grenzen zu überschreiten.

Gleich bei der Ankunft am Flughafen Bergamo wurde die Delegation herzlich von den Partnerschülern und –schülerinnen begrüßt, und gemeinsam ging es durch die mittelalterliche Altstadt von Bergamo-Alta und abends nach Parabiago, dem Standort des Gymnasiums Liceo Cavalleri, zu den Gastfamilien. Bei zwei Konferenzen mit den Vertretungen der EU-Kommission und des EU-Parlaments in Mailand am nächsten Morgen wurde es schon sehr konkret, und besonders Mesud aus Syrien traute sich, direkte Fragen an die EU-Abgeordneten zu stellen, beispielsweise, warum Europa nicht mehr Menschen aus den Kriegsgebieten aufnehmen kann. Aber es blieb noch Zeit, sich auch den Mailänder Dom, die Scala und vieles mehr anzusehen, das beste Eis der Stadt zu genießen und dabei insgesamt 18 KIlometer zu laufen.

Am nächsten Tag gab es sportliche Spaßwettkämpfe in national gemischten Mannschaften und anschließend verschiedene multinationale Workshops, darunter einen über arabische Kultur, den Adnan aus Damaskus und Samira, eine Schülerin des Beruflichen Gymnasiums mit libanesischen Wurzeln, leiteten. Am Sonnabend ging es nach Genua ins Immigrationsmuseum, spektakulär im Hafen gelegen und mit einem Rundumblick auf die riesigen Kreuzfahrtschiffe, Segelyachten und auf die Altstadt mit dem ligurischen Bergmassiv im Hintergrund.

Höhepunkt der Begegnung war ein gesponserter Rundlauf am Sonntag unter dem Motto „Run 4 Refugees“ (Laufen für Flüchtlinge) mit einer Militärkapelle mit pittoresken Straußenfedern auf den Mützen vorweg und rund 500 Schülern und Schülerinnen, Lehrkräften und Eltern.

Am nächsten Tag gab es im großen Saal der Bibliothek von Parabiago mehrere Vorträge zur Feier des 30-jährigen Bestehens von Erasmus, dem Förderprogramm der Europäischen Union für Bildungseinrichtungen in Europa. Neben biografischen Lesungen von jungen Immigranten, die in Italien leben, und Studenten der Mailänder Polytechnischen Universität, die sehr unterhaltsam von ihren Erasmus-Auslandsaufenthalten berichteten, stellte die Organisation „Students without Frontiers“ (Studenten ohne Grenzen) ihre Einsätze in Tansania vor. Jamil aus Syrien überreichte im Namen aller Beteiligten einen Scheck über die gesammelten 1400 Euro des Rundlaufs. Die Summe reicht für ein Jahr Medizinstudium für einen jungen Tansanier, der persönlich vorgestellt wurde.

Im Anschluss stellten die Schülerinnen und Schüler des Erasmus-Plus-Projekts „The European ABC“ ihre Arbeitsergebnisse aus den vergangenen Monaten (Videos und Präsentationen über die Herkunftsländer der Flüchtlinge) und der künstlerisch/kreativen Workshops zum Thema „Bewusst Grenzen Überwinden“ live auf Englisch unter großem Beifall vor.

Auch an den Abenden gab es für die internationalen Schüleregruppen natürlich Programm: Disko in der Schule, ein leckeres italienisches Büffet, das die Gastfamilien zubereitet hatten, gemeinsame Besuche in einer Pizzeria, wo es sogar Pizza mit Pommes Frites oder Apfel gab.

Der Abschied war natürlich tränenreich, aber bei der Ankunft bei grauem kalten Nieselwetter meinten die jungen Syrer, die in Italien einfach nur „the Germans“ waren und die Woche unbeschwert von ihren Zukunftssorgen genießen konnten, dass in Deutschland zu leben doch schöner sei. Alle freuen sich auf die nächsten Begegnungen Anfang Februar 2018 in Spanien und Anfang Juni 2018 in Syke zum großen Finale des Projekts „The European ABC“. Alle Informationen dazu gibt es auf www.eu-friends.eu.

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