Museen sollen Raubkunst aufspüren Grütters fordert effektivere Suche

Berlin. Gut ein Jahr nach der Enthüllung der Gurlitt-Affäre hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Museen zu mehr Anstrengungen bei der Suche nach NS-Raubkunst in ihren Sammlungen aufgefordert. „Der öffentliche Druck ist so stark, dass sich keiner mehr herausreden kann“, sagte Grütters.
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

Gut ein Jahr nach der Enthüllung der Gurlitt-Affäre hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Museen zu mehr Anstrengungen bei der Suche nach NS-Raubkunst in ihren Sammlungen aufgefordert. „Der öffentliche Druck ist so stark, dass sich keiner mehr herausreden kann“, sagte Grütters. Museen könnten sich fortan auch nicht auf Geldmangel berufen: Der Bund habe die Mittel für die Provenienzrecherche im laufenden Jahr verdoppelt und ab 2015 verdreifacht, sagte Grütters.

Es sei „unerträglich“, dass laut Umfragen des Instituts für Museumsforschung in rund 2300 Sammlungen in deutschen Museen ein Raubkunstverdacht nicht auszuschließen sei, „und nur ein Bruchteil dieser Häuser in der Lage sind zu einer systematischen Aufarbeitung“, sagte Grütters weiter. Künftig würden die Museen nicht nur an ihrer Einkaufs- und Ausstellungspolitik gemessen werden, sondern auch daran, wie sie mit ihrer Geschichte und der ihrer Sammlungen umgingen. Morgen nimmt in Magdeburg das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste seine Arbeit auf. Damit könne die Suche nach Raubkunst beschleunigt werden, sagte Grütters. Wichtig sei in dem Zentrum auch eine aktive Informationspolitik: „Das war bisher nicht immer der Fall.“ Die mit der Raubkunst befassten Wissenschaftler seien mit den Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit nicht immer „vertraut und sicher“.

Das neue Magdeburger Zentrum sei auch eine Lehre aus dem Fall Gurlitt, sagte Grütters. Im November 2013 war bekanntgeworden, dass bei dem inzwischen verstorbenen Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt in München Hunderte Bilder gefunden worden waren, deren Herkunft unklar war. In Einzelfällen hat sich der Verdacht auf NS-Raubkunst mittlerweile bestätigt. Gurlitts Vater, Hildebrand Gurlitt, gehörte zu den zentralen Figuren des NS-Kunsthandels. Sein Sohn hat die Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht, das die NS-Raubkunst aus dem Nachlass an die rechtmäßigen Besitzer zurückgeben will

(wir berichteten).

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+