Bremer Alpenfest Jodeln und Alphornklänge auf dem flachen Land

Bremen. Zum ersten Mal seit sieben Jahren feiert der Bremer Alpenverein in der Hansestadt sein traditionelles Alpenfest - in einem Landstrich, in dem nur die Deiche die Sicht auf das flache Land versperren. Mit 900 Gästen ist es die größte Party dieser Art in Norddeutschland.
24.01.2010, 15:06
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Bremen. Zum ersten Mal seit sieben Jahren feiert der Bremer Alpenverein in der Hansestadt sein traditionelles Alpenfest - in einem Landstrich, in dem nur die Deiche die Sicht auf das flache Land versperren. Mit 900 Gästen ist es die größte Party mit Ballcharakter dieser Art in Norddeutschland.

Die Alphörner brummen. In Dirndln, Schürzen, Lederhosen und Wollkniestrümpfen wird gewippt, getanzt, gejodelt und geklatscht. Panoramabilder zeigen Bergmassive und Alpendörfer. Blau-weiße Fahnen, Luftballons, Leberkäse, Knödel und Apfelstrudel vervollständigen das bayerische Ambiente. Zum ersten Mal seit sieben Jahren feiert der Bremer Alpenverein in der Hansestadt sein traditionelles Alpenfest- in einem Landstrich, in dem nur die Deiche die Sicht auf das flache Land versperren. Gibt es mittags noch lange Gesichter nach der 3:2 Schlappe von Werder Bremen gegen Bayern München, steht der Samstagabend in den Messehallen mit Schneewalzer und Spaßmusik bei der 70. Traditionsparty ganz unter dem Eindruck bayerischer Folklore.

"Viele haben sich schon im Vorfeld wie verrückt auf das Fest gefreut", sagt Dirk Herrmann vom Vorstand des Bremer Alpenvereins. Mit 900 Gästen ist es seinen Angaben nach die größte Party mit Ballcharakter dieser Art in Norddeutschland. Oktoberfeste gebe es überall, aber ein solches Ambiente sei im Norden wohl einzigartig. Zwei Tage lang sei die Halle dekoriert worden. "Der Aufwand ist sehr hoch und es ist ein großes finanzielles Risiko", erklärt Herrmann die sieben Jahre Pause. "Früher war das Fest doppelt so groß, aber irgendwann war die Luft raus."

"Alleweil bergauf", "Almenrausch und Edelweiß" oder "Gipfelsause": Seit 1923 feiern die hanseatischen Bergfreunde mit Unterbrechungen den Ball, dieses Jahr erstmals ohne Motto. Mit mehr als 3000 Mitgliedern ist der 1881 gegründete Bremer Verein einer von mehr als 350 im Deutschen Alpenverein.

"Ich habe das Alpenfestvor sieben Jahren mitgemacht, ich finde es super", sagt die Kölnerin Margret Kößling-Schumann. Sie ist Anfang der 90er Jahre vom Rhein an die Weser gezogen. "Für uns ist das Karneval." Die Bremer bräuchten zwar immer ein wenig, aber dann gehe es los. "Es wurde mir schmackhaft gemacht", erzählt Niklas Bock aus Bremen. Er und seine Begleiterin Kim Moldenhauer sind der "Gaudi" wegen auf das Fest gegangen. Die Karten habe er von "Omi und Opi".

Ein Abenteuer haben Else Runge und Richard Lux schon im Vorfeld der Party erlebt. "Wir haben gestern erst die Karten gekauft", sagt Else Runge. Dann standen die beiden bekennenden Fans von Leberkäse und Brezeln aber vor dem eigentlichen Problem. "Es ist nicht leicht, ein Dirndl zu bekommen." Ihre traditionelle Kleidung wurde quasi in letzter Minute fertig. Dirndl und Lederhose wurden erst am Samstagvormittag gekauft, das Kleid musste noch umgenäht, die Hose gekürzt werden. Gekommen sind beide der Atmosphäre wegen und um zu tanzen. "Es gibt viel zu wenig Veranstaltungen dieser Art. Das Rumspringen der jungen Leute liegt uns nicht."

Der Bremer Alpenverein möchte nach der langen Pause trotz des großen Aufwandes an der Traditionsparty auch im kommenden Jahr festhalten. Zudem planen die Bergfans in einer Region, in der Hänge eine Seltenheit sind und der Rodelspaß am Ende des Deichs aufhört, ein Kletterzentrum. "Klettern ist angesagt und es gibt nicht genug Möglichkeiten", sagt Herrmann. "Wir müssen den Verein für junge Leute attraktiver machen und neue Mitglieder werben." (dpa)

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