„Die Hyttis“ veröffentlicht CD veröffentlicht

Klänge aus der alten Welt

In einem umweltbewussten Digi-Pack kommt sie daher: Die erste CD der Hyttis, einem mittelalterlich angehauchten Duo aus Bookholzberg. Mittels Crowdfunding haben die Musiker die Produktion realisieren können.
16.06.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs
Klänge aus der alten Welt

Die aus Bookholzberg stammenden Andreas und Carola Hüttenmüller leben zusammen ihre Leidenschaft für die Klänge aus der alten Welt aus. Gemeinsam treten sie unter anderem auf mittelalterlichen Märkten auf. Auf www.hyttis.de können sich Interessierte einen Eindruck verschaffen.

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In einem umweltbewussten Digi-Pack kommt sie daher: Die erste CD der Hyttis, einem mittelalterlich angehauchten Duo aus Bookholzberg. Mittels Crowdfunding haben die Musiker die Produktion realisieren können.

Fans kauften das Album digital, als CD oder bei einem Konzert und zahlten im Voraus. „Es gibt Dinge, die man einfach mal gerne machen möchte – und die sollte man auch machen“, sagt Andreas Hüttenmüller. Einmal ein Album aufzunehmen war für ihn eines dieser Dinge. Knapp drei Monate habe es von der Idee zum Album bis zur Finanzierung gedauert, erzählt Andreas Hüttenmüller. „Die Idee kam um Weihnachten herum.“ Der Aufruf für die Vorfinanzierung der Aufnahmen lief über die Facebook-Seite und brachte gut 2700 Euro ein. Nicht ausreichend, um die Album-Produktion in Gänze zu bezahlen, doch genug, um loszulegen. Und wenn es gar nicht gereicht hätte? „Das wäre nicht so relevant gewesen“, findet der Musiker. Vielleicht hätte das ein negatives Bild auf die Band geworfen, doch darum mache er sich keine Sorgen, schließlich sei es weiterhin nur ein Hobby.

Es hat aber funktioniert und war für die beiden passionierten Musiker offenbar eine interessante Erfahrung. „Man lernt bei so etwas viel dazu“, resümiert Hüttenmüller. Doch nicht nur er, sondern auch das Ganderkeseer Tonstudio, das mit den Aufnahmen beauftragt war, machte neue Erfahrungen. Denn mit einem Dudelsack hatten die Beschäftigen dort noch keinerlei Erfahrungen gemacht. „Der Dudelsack ist eher für Live-Musik gemacht, nicht für Aufnahmen“, findet Hüttenmüller, doch mit ein wenig Übung lief es dann wie am Schnürchen.

Für die Aufnahmen holten die Hyttis alte Bekannte mit ins Boot, die die Klänge von Dudelsack und Trommel mit Flöte, Gitarre und Gesang ergänzten. „Die Instrumente entschärfen die Musik, sie machen die Stücke lieblicher“, denn ein Dudelsack habe ziemlich Power. „Im Studio hat man natürlich noch ganz andere Möglichkeiten“, schwärmt Hüttenmüller, „da kann man auch Sachen machen, die in Wirklichkeit nicht so gehen.“ Einer leisen Flöte genug Lautstärke einzuräumen, um sich akustisch neben dem Dudelsack behaupten zu können, zum Beispiel. Das sei live sonst nur unter Einsatz von Verstärkern möglich.

Zwölf Tracks finden sich nun auf dem Album mit gut 40 Minuten Sackpfeifen-Melodien und von Bretagne, Türkei und Skandinavien inspirierten Klängen. Das schönste sei „Üsküdara Gider Iken“, die Interpretation eines türkischen Volksliedes, findet Hüttenmüller. „Das kennt eigentlich jeder Türke.“ Eine besondere Bedeutung habe auch das letzte Stück auf dem Album, die Vertonung eines Gedichts von David L. Weatherford mit mäßigem Tempo und einer getragenen Melodie. „Jedes Ding hat seine Story“, erklärt Hüttenmüller, „die Musik bedient sich an Melodien verschiedener Kulturen.“

Die Stücke präsentiert das Duo nun bei verschiedenen Anlässen. „Die Marktsaison hat gerade begonnen, außerdem sind wir für einige Privat-Veranstaltungen gebucht“, erklärt der Dudelsackspieler. Es stünden auch noch drei Konzerte für Fans aus, die sich beim Crowdfunding mit 300 Euro engagiert haben. Am Sonnabend, 25. Juni, steht ihr nächster öffentlicher Auftritt beim Mittelalterlichen Markttreiben bei der Wasserburg Gebhardshagen in Salzgitter an. Dort begleiten sie einen Tribal Dance-Workshop musikalisch, eine besondere Herausforderung. „Das ist auch eine Wissenschaft für sich“, erklärt Hüttenmüller, dabei werde beispielsweise das Tempo variiert. Ein Wochenende später kehren die beiden in heimische Gefilde zurück und spielen beim „Stadtgetümmel“ in Delmenhorst. Ein besonderes Erlebnis stünde ihnen von Mitte Juli bis Anfang August bevor, denn für diese Zeit ist das Duo in Dänemark gebucht. Auf Bornholm sind sie in einem Mittelalterzentrum, einer Art Themenpark für Familien, zu Gast. Damit ließen sich Urlaub und Musizieren wunderbar verbinden, finden die „Hyttis“. Bereits im vergangenen Jahr hätten sie dort eine interessante Zeit verlebt, doch nach diesem Jahr sei es auch erst einmal genug. Die vorerst letzte Station während des Sommers ist der Dorfpark Falkenburg am 13. und 14. August. „Das ist quasi unser Heimspiel“, dort musizieren sie auf einem „sehr engagierten, nicht kommerziellen Markt“.

Danach kehrt bis zur Weihnachtsmarktsaison Ruhe ein. „Im Dezember spielen wir an der Bremer Schlachte, das ist immer sehr schön“, freut sich Hüttenmeyer. Einen Lieblingsauftrittsort habe er allerdings nicht. „Ich finde die wirklich alle ganz toll.“

Eine weitere CD ist vorerst nicht in Planung. Erst einmal soll das Album bei Auftritten und online Verkauft werden. „Mir hat das sehr viel Spaß gemacht mit der Produktion“, schwärmt der Hobby-Musiker. „Mit einem anderen Musikprojekt kann ich mir so etwas noch einmal vorstellen.“

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