Hintergrundwissen rund um Grün- und Braunkohl Köstliches Kreuzblütengewächs

Grünkohl und Pinkel gehören zur Bremer Winterzeit wie die Stadtmusikanten vor das Rathaus. In der Grünkohlsaison sollte das Wissen über das beliebte Gericht aufgefrischt werden.
22.11.2013, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Sandy Bradtke

Grünkohl und Pinkel gehören zur Bremer Winterzeit wie die Stadtmusikanten vor das Rathaus. In der Grünkohlsaison sollte das Wissen über das beliebte Gericht aufgefrischt werden. Mit den folgenden Fakten wird jeder im Handumdrehen zum Experten.

Wer den botanischen Namen des Grünkohls auswendig weiß, hat schon einmal gute Karten. Er lautet Brassica oleracea var. sabellica und ist von allen Kohlarten der Wildform am ähnlichsten. Dazu sollte auch noch ein bisschen Hintergrundwissen rezitiert werden können. Dass der Grünkohl beispielsweise zur Familie der Kreuzblütengewächse gehört und eine Zuchtform des Kohls ist. Als zweijährige Pflanze bildet er im ersten Jahr nur Blätter aus und im zweiten Jahr dann viele gelbe Blüten.

Auch mit ein bisschen Grünkohl-Geschichte lassen sich Zuhörer beeindrucken. Forschungen zufolge kommt das Gemüse aus Griechenland. Angeblich wurde die Kohlsorte dort schon mehrere Jahrhunderte vor Christus kultiviert. Verbreitet hat er sich in den Beeten Mittel- und Westeuropas und ist ebenfalls in Afrika und Nordamerika zu finden. Die Hochburg des Anbaugebiets ist und bleibt Norddeutschland – etwa 5700 Tonnen pro Jahr werden allein in Niedersachsen produziert. In Braunschweig, Hannover oder der Magdeburger Börde wird die Kohlsorte umgangssprachlich auch als Braunkohl, Hochkohl, Winterkohl, Strunkkohl oder Krauskohl bezeichnet.

Die Norddeutschen sind es auch, die um das köstliche Gemüse regelmäßige Veranstaltungen zelebrieren. Die längste Tradition hat dabei Bremen mit dem seit 1545 ausgerichteten Grünkohlessen, dem Schaffermahl. Dabei wird gekochter Grünkohl serviert; die charakteristische Einlage ist die Pinkel, eine geräucherte und grobkörnige Grützwurst. Der Ausdruck Pinkel (auch Püngel oder Pünkel) bedeutete früher auch „zusammengedrängte Masse“ oder „kurzer, dicker Gegenstand“.

So ein Grünkohlessen tut richtig gut – doch warum eigentlich? Der Grund dafür ist der, dass Grünkohl sehr gesund ist und viele wichtige Nährstoffe enthält. Unter allen Gemüsesorten hat der Grünkohl das höchste Vorkommen an Vitaminen und weist außerdem viele Mineralstoffe auf, die das Immunsystem stärken. Das nächste Grünkohlessen sollte also nicht lange auf sich warten lassen.

SYB

Im Oldenburger Schloss läuft zur Zeit die Ausstellung GreenArt2.

FOTO: DPA

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+