St. Stephani: „Canto general“ erklingt Kultstück aus Griechenland

Bremen. Das Thema Griechenland beherrscht die Diskussion allüberall, und in der Kulturkirche St. Stephani gibt es am Sonntag, 12.
10.07.2015, 00:00
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Kultstück aus Griechenland
Von Iris Hetscher

Das Thema Griechenland beherrscht die Diskussion allüberall, und in der Kulturkirche St. Stephani gibt es am Sonntag, 12. Juli, und am Montag, 13. Juli, den „Canto general“ des großen griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, einer exponierten Stimme der hellenischen Linken seit Jahrzehnten. Ein Statement zur Lage der Nationen? „Da hat uns die Entwicklung ein wenig überholt, aber selbstverständlich funktioniert der ’Canto’ auch jetzt gerade als Symbol für Völkerverständigung und Frieden“, sagt Tim Günther, verantwortlich für die Musikdirektion der Kirche.

Der eigentliche Anlass für die beiden Konzerte sei aber der Geburtstag von Theodorakis – der Komponist und Erfinder des Sirtaki („Zorbas“) wird am 29. Juli 90 Jahre alt. Ihm zu Ehren wird eins seiner großen Werke, die Vertonung von Gedichten des chilenischen Lyrikers Pablo Neruda, nun erneut in Bremen aufgeführt. Mit dabei: Maria Farantouri, die in Griechenland einen ähnlichen Legendenstatus genießt wie der inzwischen schwer kranke Theodorakis. Zweiter Solist ist Petros Pandis, ebenfalls ein politisch engagierter Sänger und seit jeher genauso prägend für Aufführungen des „Canto“ wie Farantouri. Unterstützt werden die beiden von der Kantorei St. Stephani, dem Ensemble d’accord und dem Orchester „Canto general“. Den „Canto general“ (Großer Gesang; wörtlich übersetzt: Allgemeiner Gesang) hat Theodorakis 1972 als Oratorium komponiert. Es verknüpft die Gesänge der Inkas, Klänge und Rhythmen der Anden und der Tropenregion mit der Musiktradition Griechenlands. Nach seiner Uraufführung 1975 vor 70 000 Menschen im Stadion in Athen wurde das Oratorium schnell zum Kultstück der Linken und der Friedensbewegung. Die Kantorei St. Stephani hat das aufwendige Stück zuletzt 2007 und 2010 (in der Max-Schmeling-Halle in Berlin) aufgeführt. Einstudiert wurde es erstmals 2002, angeregt durch die damals stattfindende Ausstellung „Apokalypse“ über das Johannes-Evangelium, die zum Teil auf der griechischen Insel Patmos, zum Teil in der Kulturkirche zu sehen war. Aus dieser Zeit stamme auch die Freundschaft zu Maria Farantouri, so Tim Günther. Ein weiteres wichtiges Werk von Mikis Theodorakis veröffentlicht die Kantorei St. Stephani Ende des Monats auf CD: „Axion esti – Lobgepriesen sei“ erscheint am 29. Juli bei Starfish Music.

Karten für den „Canto general“ am 12. und am 13. Juli, 20 Uhr, Kulturkirche St. Stephani, unter anderem bei Nordwest-Ticket unter Telefon 0421/36 36 36

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