Kulturhauptstadt

Kulturhauptstadt Ruhr öffnet trotz Eiseskälte

Essen. Nach mehr als dreijähriger Vorbereitung starten an diesem Samstag Essen und das Ruhrgebiet ihr Programm als europäische Kulturhauptstadt.
07.01.2010, 14:30
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Essen. Nach mehr als dreijähriger Vorbereitung starten an diesem Samstag Essen und das Ruhrgebiet ihr Programm als europäische Kulturhauptstadt.

Der für Samstag vorhergesagte Wintereinbruch mit Minusgraden, kaltem Nordostwind und bis zu 20 Zentimeter Neuschnee ändere daran nichts, sagte ein Ruhr.2010- Sprecher. Im allerschlimmsten Fall werde der für den Nachmittag geplante Eröffnungsfestakt unter freiem Himmel mit Bundespräsident Horst Köhler in den Abend verschoben, das anschließende Volksfest mit erwarteten 100 000 Besuchern bis zum Sonntag werde bestimmt gefeiert. Aus dem Präsidialamt hieß es, der Bundespräsident werde auf jeden Fall kommen, egal bei welchem Wetter.

Mit Essen und dem Ruhrgebiet trägt zum dritten Mal eine deutsche Stadt den Titel einer europäischen Kulturhauptstadt - nach Berlin 1988 und Weimar 1999. Neu ist die Beteiligung einer ganzen Region - des dicht zusammengewachsenen Ruhrgebiets mit 53 Städten und Gemeinden.

Geplant sind rund 300 Projekte mit 2500 Veranstaltungen aus Musik, Theater, bildender Kunst und Architektur. Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen will einen Mix aus breitenwirksamen Angeboten wie einem Kulturtag auf der abgesperrten Autobahn 40 und Hochkultur, der möglichst viele zum Mitmachen anregt. Weitere Kulturhauptstädte sind 2010 Istanbul und Pécs in Ungarn.

«Die Wahrscheinlichkeit für eine Verschiebung des Festaktes liegt bei einem Prozent», sagte Ruhr.2010-Sprecher Marc Oliver Hänig. «Wenn ausgerechnet am Nachmittag der Schneesturm durchgeht, warten wir ein bisschen, klopfen uns den Schnee von der Jacke und machen weiter.» An die rund 1200 Gäste auf der Festtribüne werden «Überlebenspakete» mit Wolldecke, Regencape und Handwärmern ausgeteilt. Ansonsten rät Pleitgen: «Warm anziehen. Das wird durchgezogen.»

Bei der offiziellen Eröffnung sollen neben Köhler auch der EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sprechen. Außerdem gibt es ein buntes Kulturprogramm, als dessen Höhepunkt der Sänger Herbert Grönemeyer mit den Bochumer Symphonikern eine eigens komponierte Ruhr-Hymne vortragen will. Der Festakt soll von ZDF, WDR und Deutscher Welle im Fernsehen übertragen werden.

Der Festakt findet unmittelbar neben der Kokerei der ehemaligen Zeche Zollverein statt. So wollen die Organisatoren den Wandel des Ruhrgebiets durch Kultur deutlich machen. (dpa)

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