Werke werden öffentlich zugänglich

Kunsthalle digitalisiert Grafik

Bremen. 18000 der insgesamt über 200 000 Grafiken, die sich im Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen befinden, werden derzeit in digitalen Bilddateien dokumentiert und in einer Datenbank erfasst. Zudem werden sie in die Onlinedatenbank der Kunsthalle aufgenommen.
16.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von MEIKE ROTERMUND

18000 der insgesamt über 200 000 Grafiken, die sich im Kupferstichkabinett der Kunsthalle Bremen befinden, werden derzeit in digitalen Bilddateien dokumentiert und in einer Datenbank erfasst. Zudem werden sie in die Onlinedatenbank der Kunsthalle aufgenommen. Über dieses neue Projekt informierte am Dienstag Kunsthallen-Direktor Christoph Grunenberg. Ermöglicht wird das Projekt durch die Waldemar-Koch-Stiftung.

Zahlreiche grafische Schätze haben sich in den vergangenen Jahrhunderten im Kupferstichkabinett angesammelt, so dass es auf nationaler und internationaler Ebene großes Renomée besitzt. Druckgrafiken aus unterschiedlichen Jahrhunderten – von Dürer bis Picasso – sowie einzigartige Handzeichnungen, die bisher unter Verschluss waren, werden der Öffentlichkeit künftig digital zur Verfügung stehen. Für das Digitalisieren des ersten Konvoluts ist ein Zeitraum von drei Monaten vorgesehen, erläuterte Projektleiterin Katja Riemer; die wissenschaftliche Verantwortung hat Anne Buschhoff. Während die wissenschaftliche Erschließung der Werke Aufgabe der Mitarbeiter des Hauses ist, sind für die Digitalisierung in den kommenden Wochen die „Kulturgutscanner“ in Bremen zu Gast. Dem Team aus Berlin steht für seine technische Ausrüstung ein eigener Raum zur Verfügung. Dieser liegt direkt neben dem alten grafischen Kabinett; dort lagert ein Teil der wertvollen Werke. Dadurch ergeben sich kurze Wege bei der Bearbeitung der Originale.

Aus Gründen der Praktikabilität habe man sich entschlossen, nach Standorten vorzugehen, erklärt Katja Riemer die Vorgehensweise. Dabei sind Ausnahmen inbegriffen: So wird die Digitalisierung der bevorstehenden Ausstellung mit Werken von Rembrandt bis Turell eingeschoben, doch ansonsten werde weiter Kasten für Kasten durchgegangen. Die „Kulturgutscanner“ arbeiten mit einer Spezialkamera und LED-Kaltlicht, damit die Originale geschont werden und hochauflösende Aufnahmen entstehen.

Fernziel der Kunsthalle ist es, die gesamten Bestände des Kabinetts in den kommenden zehn Jahren nach den aktuellen Standards zu digitalisieren und gleichzeitig in der Datenbank zu erfassen. Dabei sei die Tiefenerschließung der Einzelblätter als begleitender zweiter Schritt wichtig, denn dadurch würden weitergehende Recherchen möglich. Auf diese Weise könne man sich mit ganz neuen Fragestellungen den Beständen widmen. Später sollen diese mit weiteren Sammlungen vernetzt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+