Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie vergeben Labore wie Puppenstuben

Altstadt. Aktuelle Forschung und Technologie ungewöhnlich ins Bild zu setzen, ist die Herausforderung für alle Fotografen, die sich um den „Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie“ bewerben. Die vier Preisträger dieses Jahres sind im Haus der Wissenschaft geehrt worden.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Christiane Tietjen

Die preisgekrönten Wissenschaftsfotografien sind noch bis Mitte Januar im Haus der Wissenschaft ausgestellt.

Roland Scheitz

Aktuelle Forschung und Technologie ungewöhnlich ins Bild zu setzen, ist die Herausforderung für alle Fotografen, die sich um den „Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie“ bewerben. Die vier Preisträger dieses Jahres sind im Haus der Wissenschaft geehrt worden. Ihre preisgekrönten Fotos sind noch bis zum 28. Januar dort in einer Ausstellung zu sehen.

Wundersame mikroskopische Aufnahmen, ein Labor wie eine Puppenstube, ein bunter, virtueller Mischwald und eine Bibliothek mit Büchern aus Holz, deren Duft man sehen kann – das sind die vier Gewinnermotive. Gastgeber der Preisverleihung, die zum achten Mal im Haus der Wissenschaft stattfand, ist Professor Gerold Wefer. Der mit insgesamt 18000 Euro dotierte Preis wird von der Zeitschrift Bild der Wissenschaft und dem Düsseldorfer Pressebüro Brendel vergeben, unterstützt von der Fraunhofer Gesellschaft, der Universität Bremen und dem Journalisten-Onlineservice supress-redaktion.de.

Aus den rund 100 Einsendungen hat die Jury unter dem Vorsitz des Fotografen Wolfgang Volz vier Preisträger ausgesucht. „Die Überraschungsmomente sind uns besonders wichtig bei der Auswahl“, berichtet Ruth Rehbock, die als Bildredakteurin bei Bild der Wissenschaft arbeitet und Jurymitglied war. „Es ist nämlich sehr schwer, sich bei der Fülle und hohen Qualität der Einsendungen auf die besten zu einigen.“

Den ersten Preis hat es für das Foto eines Biolabors gegeben, das aus einer extremen Vogelperspektive gesehen ist. Menschenleer, puppenstubenartig die Anordnung der Einrichtung. Für die Komposition, die aus vielen Einzelaufnahmen besteht, hat der Berliner Künstler Menno Aden von der Decke herunter fotografiert. „Mich reizte der Dualismus zwischen Niedlichkeit und Überwachung“, sagt er.

Bunte, ballonartige Blasen mit schwarzen menschlichen Silhouetten davor sind auf dem Foto des zweiten Preisträgers, André Künzelmann aus Leipzig, zu sehen. Festgehalten hat er den Moment der 3D-Projektion eines Bergregenwaldes in Ecuador. Eine Simulation, mit deren Hilfe man die Kohlenstoffbilanz von Wäldern bestimmen kann.

Der dritte Preis in der Kategorie Mikro-Makrofotografie ist an Viktor Sykora aus der tschechischen Hauptstadt Prag gegangen. Es sind besonders die Kolorationen und die detailgenauen Strukturen, die die Schönheit seiner Bilder ausmachen.

Die warmen Brauntöne von Holz herrschen auf den Fotos des vierten Preisträgers, Ilja C. Hendel, vor. Hendel, der mit seiner Familie in Norwegen lebt, fotografierte eine sogenannte Xylothek, eine Sammlung von Holzblöcken, aufbewahrt in Regalen, die denen einer Bibliothek täuschend ähnlich sehen. Das Foto, auf dem ein Mitarbeiter zur Bestimmung der Holzart an einem Block schnuppert, hatte es der Jury besonders angetan. „Dass man Geruch sichtbar machen kann, das hat uns fasziniert“, sagt Ruth Rehbock.

Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4-5. Anmeldung zu kostenlosen Führungen unter Telefon 218-69500.

Das könnte Sie auch interessieren