Sabine Mittelhammer und Ulrike Langenbein begeistern mit Figuren-Theaterstück „Trial und Error“ Leblose Objekte werden für einen Moment lebendig

Ostertor.Im „Amt für schicksalhafte Begegnungen innerhalb der beschienten Infrastruktur Berlins“ gibt es ein Problem. Zumindest im Figuren-Theaterstück für Erwachsene, „Trial and Error“.
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Von OLGA GALA

Im „Amt für schicksalhafte Begegnungen innerhalb der beschienten Infrastruktur Berlins“ gibt es ein Problem. Zumindest im Figuren-Theaterstück für Erwachsene, „Trial and Error“.

Nunmehr feierte das Figurentheater „Mensch, Puppe!“ in der Schildstraße seinen zweijährigen Geburtstag mit einem Festival. Sabine Mittelhammer und Ulrike Langenbein von der Schauspielkompanie Handmaids aus Berlin waren mit ihrem Stück „Trial and Error“ vertreten und begeisterten das Publikum.

„Puppenspiel ist für mich interessant, weil es eine Erweiterung der Mittel ist, die man als Schauspieler zur Verfügung hat“, sagt Mittelhammer. So ist es möglich, in einer Szene mit Papiertüchern dargestellten Milchschaum erzählen zu lassen, wie ein Paar sich verliebt.

Benjamin Krause und Jana Krieg aus der Neustadt sind große Theaterfans und haben sich schon oft Stücke angesehen, in denen nicht Menschen, sondern Objekte im Rampenlicht stehen. „Ich bin fasziniert, wenn so eine Puppe anfängt zu sprechen“, sagt Krieg. Das Paar war mit seinen Kindern mehrmals bei „Mensch, Puppe!“. „Da haben wir uns gedacht, dass wir auch mal abends ein Stück sehen könnten.“

Axel Pietrinski aus Horn hingegen war noch nie im Figurentheater für Erwachsene. „Wir haben durch Zufall gelesen, dass es heute hier stattfindet, und es hörte sich spannend an“, erklärt er. Zusammen mit Ehefrau und Freunden aus Hannover sah er sich die Inszenierung an.

Entstanden ist das Stück als Arbeit zum Vordiplom an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Noch während der Ausbildung haben Mittelhammer, Langenbein und eine weitere Kommilitonin die „Handmaids“ gegründet. Seitdem spielen sie deutschlandweit Figurentheater.

Bei dem in Bremen aufgeführten Stück „Trial and Error“ arbeiten in dem „Amt für schicksalhafte Begegnungen“ zwei Frauen – dargestellt von Langenbein und Mittelhammer. Die eine sehr korrekt, die andere etwas chaotisch. Sie sorgen dafür, dass sich Menschen in der Berliner U- und S-Bahn zufällig treffen, schicksalhaft eben. Eine Begegnung scheint missglückt zu sein, ein Paar hat sich nicht gefunden, ein Fehler ist unterlaufen. Die Suche beginnt. Während der Vorführung wechseln die Mittel sich ab. Einmal sprechen Langenbein und Mittelhammer als die Büromitarbeiterinnen, dann wieder spielen sie mit Lichtern, Tüchern und Handpuppen aus Holz.

„Wir wecken eine Illusion, die Lichter sind beispielsweise Personen, die durch Berlin fahren“, sagt Langenbein. Diese Vereinbarung mit dem Zuschauer – leblose Objekte sind für einen Moment lebendig – fasziniert die Berlinerin am Figurentheater.

Die Vereinbarung scheint gut zu funktionieren in der Schildstraße in Bremen. Das Publikum bei „Mensch, Puppe!“geht mit, lacht, wenn die beiden Büroangestellten sich fast wortlos kabbeln.

Die beiden Schauspielerinnen haben schon oft auf Festivals ihr Stück aufgeführt, in Bremen waren sie nunmehr zum zweiten Mal. Langenbein sagt: „Es ist immer toll, hier zu spielen, und heute war es besonders schön.“

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