Literaturliebhaber feiern am 23. April den „Welttag des Buches“ / Diverse Veranstaltungen

Lesekultur im digitalen Zeitalter angekommen

Am Donnerstag ist es wieder so weit: Weltweit schenken sich die Menschen wie in jedem Jahr am 23. April schöne Geschichten.
20.04.2015, 00:00
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Von Anne Gerling

Am Donnerstag ist es wieder so weit: Weltweit schenken sich die Menschen wie in jedem Jahr am 23. April schöne Geschichten. An diesem Datum nämlich wird auf Initiative der Unesco seit 1995 der „Welttag des Buches“ gefeiert.

Seit fast 400 Jahren hat der 23. April eine besondere, literarische Bedeutung: Im Jahr 1616 starben an diesem Tag William Shakespeare und Miguel

Cervantes. Und die Bewohner der spanischen Provinz Katalonien ehren an diesem Tag des Heiligen Georg seit Jahrzehnten das Buch, indem sie Bücher und Rosen verschenken und sich auf diese Weise eine lebendige Lesekultur bewahren.

„Das Buch ist das bedeutendste Kulturmedium. Trotz fortschreitender Digitalisierung ist es gebunden, als E-Book oder Hörbuch das Format, in dem wir die Entwicklung einer Geschichte oder die Durchdringung von Sachverhalten suchen und finden“, sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. Das Lesen und Hören eines Buches schaffe eine nicht nur momentane Intimität. Es beanspruche und stärke unsere Aufmerksamkeit. „Der kulturelle Wert dieses Mediums besteht in der Einübung einer Haltung, die sich vom Lärm der Gegenwart abzuschotten vermag: Mit jedem Buch machen wir dem Gedränge des Alltags das Monopol auf unser Leben streitig“, so Bernecker weiter. Bücher öffneten für jeden Einzelnen eine Welt: „Sie vermitteln Wissen, Erfahrungen, Gedanken und entführen an ferne Orte oder in das Leben anderer.“ Vor dem Hintergrund, dass 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben könnten, bräuchte man starke öffentliche Zeichen für das Lesen, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen.

Diese Kulturtechnik, die ab 1450 mit Johannes Gutenberg und dem Buchdruck begann, ist inzwischen im digitalen Zeitalter angekommen: E-Books erfreuen sich unter Lesern aller Altersgruppen einer immer größeren Beliebtheit. Denn E-Book-Reader passen erstens in Rucksack oder Handtasche, enthalten zweitens Lesestoff für Wochen und bieten darüber hinaus eine stetige Verbesserung in puncto Technik und erweitertem Speicherplatz.

Laut einer Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vom Juni 2014, stieg im Jahr 2013 der Absatz von E-Books um über 60 Prozent.

Das bedeutet für das gedruckte Buch aber keinesfalls das Aus: Ob Romane, Reiseführer, Ratgeber oder wissenschaftliche Bücher – bei allen Genres nimmt der Studie zufolge der Anteil der E-Book-Käufer, die Print-Bücher gleichermaßen nutzen, zu. Am kommenden Donnerstag, dem „Welttag des Buches“, feiern deutschlandweit Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte ein großes Lesefest.

AGE

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