Schauspieler und Sänger Axel Prahl spricht über – musikalische – Leidenschaften / Gastspiel in der Glocke Lippenbärtchen und maritime Melodien

Im Alter von 14 Jahren nahm Axel Prahl an einem Musikwettbewerb in seiner Heimatstadt Neustadt (Schleswig-Holstein) teil, den er gewann und sich dadurch für dessen Fortsetzung auf Landesebene qualifizierte. Aus Angst davor, der Erfolg könne sein Leben verändern, verzichtete er dann aber auf die Teilnahme.
20.09.2014, 00:00
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Im Alter von 14 Jahren nahm Axel Prahl an einem Musikwettbewerb in seiner Heimatstadt Neustadt (Schleswig-Holstein) teil, den er gewann und sich dadurch für dessen Fortsetzung auf Landesebene qualifizierte. Aus Angst davor, der Erfolg könne sein Leben verändern, verzichtete er dann aber auf die Teilnahme. Das würde er heute bestimmt nicht mehr so machen: Der 54-jährige Prahl, der als Schauspieler vor allem in seiner Rolle als „Tatort“-Kommissar populär wurde, tourt nun als Musiker mit Band durch die Republik und kommt am 28. September nach Bremen. Vor dem Gastspiel in der Glocke sprach Uwe Dammann mit dem singenden Schauspieler.

Herr Prahl, ich treffe Sie gerade auf Tournee mit Ihrer Band, dem Inselorchester. Gleichzeitig sind Sie aber auch noch als Schauspieler aktiv. Was ist anstrengender, die Tournee als Musiker oder die Dreharbeiten für einen Film?

Axel Prahl: Ach, das kann man nicht vergleichen – und wenn es Spaß bringt, nimmt man die Belastungen gerne auf sich. Das ist bei mir mit der Musik so. Klar ist eine Tournee recht anstrengend, abends spielen, dann morgens oder mittags schon die Vorbereitung auf den nächsten Auftritt, die Fahrerei, Interviews – und obendrein drehe ich tatsächlich noch nebenbei an einen Zweiteiler für das ZDF und muss zwischendurch immer wieder für ein paar Tage nach Prag reisen.

Sie gehören zweifellos nicht zu den Fernsehleuten, die wie durch ein Wunder plötzlich auch noch Gitarre spielen können. Bei Ihnen kam die Musik vor der Schauspielerei. Wie waren Ihre musikalischen Anfänge?

Das fing schon im Kirchenchor an, dann habe ich Gitarre gelernt und irgendwann hatten wir mit unserer Schulband diesen Erfolg, der mich zum Weitermachen motivierte. Einige Zeit lang lebte ich als Straßenmusiker in Spanien, ehe ich fünf Semester Musik und Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Kiel studierte, aber irgendwann wollte ich nicht mehr Lehrer werden, sondern Schauspieler, bin aber gleichzeitig der Musik treu geblieben. Zu Schauspielschulzeiten war ich in der Band Ougenweide aktiv, die viele vielleicht noch kennen, und gründete anschließend die Band Impuls.

Musik und Schauspiel liefen damals parallel, bis ich mich für die Schauspielerei entschie

den habe.

Sie schreiben Songs, covern Ihre Lieblingslieder und packen alles zusammen in ein Live-Konzert. Was bedeutet Ihnen mehr, das Schreiben und Komponieren oder das Live-Erlebnis?

Das kann man nicht vergleichen – für mich hat beides seine eigene Qualität, aber natürlich ist es reizvoll, sich über eigene Texte, die ein Stück weit auch etwas über einen verraten, anderen etwas mitzuteilen. Und da ich viel unterwegs bin und dabei größtenteils gefahren werde, kann ich mir in dieser Zeit Texte und Melodien einfallen lassen. Wer sich die Texte genau anhört, wird auch etwas über mich in Erfahrung bringen.

Welche Person sind Sie auf der Konzertbühne? Sind Sie da der Schauspieler, also eine Bühnenfigur, die Sie überstreifen?

Natürlich kommt mir das Handwerk des Schauspielers auch als Sänger auf der Bühne sehr entgegen – beispielsweise bei den Moderationen. Aber in der Musik und beim Singen spielt die Schauspielerei keine große Rolle mehr, da ich mich voll und ganz auf das Publikum einlasse.

Auf einem Ihrer Promotion-Fotos tragen Sie eine Punkfrisur – wird man Sie so am 28. September in Bremen sehen können?

Nein, das war ein Scherz – zurzeit trete ich allerdings – vermutlich auch in Bremen mit einem kleinen Lippenbärtchen auf, den ich mir für meine Rolle in dem Zweiteiler habe wachsen lassen.

Ulrich Tukur, Jan-Josef Liefers, Anna Loos – das sind alles Kollegen, die ebenfalls musizieren. Haben Sie schon einmal bei Dreharbeiten mit ihnen gejammt?

Na klar kann das vorkommen, dass Jan-Josef und ich bei den Dreharbeiten zum „Tatort“ in den Pausen Gitarre spielen oder einen Song probieren, aber ansonsten hatte ich noch keine Gelegenheit – obwohl ich gerne einmal mit Ulrich Tukur, den ich als Schauspieler und Musiker gleichermaßen schätze, gerne zusammenspielen würde. Er am Akkordeon oder Klavier, ich an der Gitarre. Vielleicht klappt es ja noch einmal – oder ich muss ihn einladen zu meinem Inselleuchten-Festival bei Berlin. Einmal im Jahr organisieren wir dort ein kleines Festival – bei dem schon Kollegen – zum Beispiel Uwe Ochsenknecht oder Gustav Peter Wöhler – aufgetreten sind.

Sonntag, 28. September, 19 Uhr. Glocke

.

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