Öffnungen für Getestete Corona-Modellregionen: Kulturschaffende skeptisch

In mehreren niedersächsischen Städten soll es Modellversuche zu Lockerungen für Menschen mit negativem Corona-Test geben. Auch Oldenburg und Achim machen mit. Die dortigen Kulturschaffenden sind skeptisch.
07.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Corona-Modellregionen: Kulturschaffende skeptisch
Von Alexandra Knief

Gleich 14 niedersächsische Städte sollen als Modellregionen für Corona-Lockerungen dienen. Wer einen tagesaktuellen, negativen Test vorlegen kann, soll hier in sogenannten sicheren Zonen wieder in Geschäften shoppen, Außengastronomie nutzen und Kinos sowie Theater besuchen können. Auch Oldenburg und Achim (wir berichteten) zählen zu den Modellregionen. Für die Kino- und Kulturstättenbetreiber allerdings ist es eine Öffnungsperspektive, die für wenig Begeisterung sorgt.

Tobias Roßmann vom Casablanca-Kino in Oldenburg ist von dem Lockerungsmodell erst einmal gar nicht betroffen: Das Modellprojekt beschränke sich in der Stadt lediglich auf den Bereich der Fußgängerzone. „Sollte es irgendwann erweitert werden, bin ich durchaus bereit zu dem Experiment. Es stehen aber auch noch einige Fragezeichen dahinter“, so Roßmann. Wie soll das laufen mit den Tests? Wie soll die Einlasskontrolle ablaufen? Und vor allem: Was soll gezeigt werden? Die Kinostarts wurden schließlich alle auf Eis gelegt. „Ich müsste also alte Sachen spielen“, so Roßmann. Insgesamt sieht er das Projekt eher als lohnenswert für Geschäfte an, fürs Kino hingegen als schwierig: „Die Abstandsbeschränkungen bleiben ja bestehen.“

Das Oldenburgische Staatstheater war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu den Öffnungsplänen erreichbar. In Achim soll das Modellprojekt am 16. April starten. Ob das kommunale Kino Achim und das Kulturzentrum Kasch daran teilnehmen, stehe laut Detlev Fechtmann vom Kino und Silke Thomas vom Kasch bisher noch nicht fest und solle in den kommenden Tagen geklärt werden. Auch hier gebe es noch zu viele offene Fragen für eine Entscheidung. Euphorisch, so Thomas, sei man deshalb wegen der Öffnungsperspektive noch nicht.

Auch Manfred Brocki von den Bremer Filmkunsttheatern beneidet seine Kollegen nicht um die neu gewonnene Freiheit. „Tübingen hat Mitte März den Anfang bei derartigen Modellprojekten gemacht, das sollte doch erst einmal ausgewertet werden, bevor auf einmal alle mitmachen wollen“, sagt Brocki. Auch, einen Zeitpunkt mit steigenden Infektionszahlen für die Versuche zu wählen, findet er nicht optimal. Zudem sieht der Kinobetreiber logistische Probleme was das Testen angeht. Zum aktuellen Zeitpunkt wünsche er sich daher eher einen härteren Lockdown und dann nur noch eines: „Impfen, impfen, impfen! Damit das Ganze endlich mal vorbei ist!“

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