Mäusemord im Eis-Café

Mensch, wach auf. Nun wach aber auf.Das kann doch kein Zufall sein. Es ist meine Meldung der Woche.
01.07.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Mona Adams

Mensch, wach auf. Nun wach aber auf. Hallo Herr Putin, aufstehen! Mister President, aufwachen! Staatschef Erdogan, warum schlafen Sie denn alle? Mensch, hätten Sie mal nur eine Fritz Kola getrunken, dann wären Sie nicht eingeschlafen. Gibt es bessere Werbebotschafter als die drei „Schnarchnasen“? Fritz-Kola zumindest hat gleich alle drei Machtinhaber, und zwar schlafend abgebildet. Eine große Plakatkampagne zeigt die Herrscher mit geschlossenen Augen vor ihren Tischmikros. Dazu ein „Mensch, wach auf“ und eine, na klar, Fritz Kola. Der Getränkehersteller möchte damit möglichst viele Leute motivieren, politisch aktiv zu werden und „aufzuwachen“. Und: Geld verdienen. Eine Woche vor dem G 20-Gipfel ist das ein cleverer Marketing-Clou. Denn jeder in der Hansestadt spricht vom Gipfeltreffen. Und nicht jeder ist Fan von Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin und Donald Trump. Was gibt es also Besseres, als die drei zu verulken. Dazu noch ein Versprechen, für jeden mit #menschwachauf gekennzeichneten Tweet oder Post zu spenden. Das ist eine gute Sache, und bringt mehr Reichweite für den Brausekonzern und damit mehr verkaufte Limos. Heißt: mehr Geld. Ist doch toll, wenn Trump, Erdogan und Putin einem ganz legal zu Reichtum verhelfen.

Das kann doch kein Zufall sein. Es ist meine Meldung der Woche. Ich finde es einfach toll. Exakt hundert Frauen feierten im vergangenen Jahr ihren hundertsten Geburtstag. Nach einer Auswertung des Melderegisters sind 356 Menschen in Hamburg hundert Jahre oder älter, so das Statistikamt Nord. Tja, liebe Männer, und was soll ich sagen. Es ist nicht überraschend, was jetzt kommt, aber ihr seid in der Minderheit. Im Jahr 2016 feierten lediglich 22 Männer den Sprung in die Hunderterriege. Weitere 24 Männer sind älter als 101 Jahre und fünf Männer sind mit mehr als 104 Jahren in der Alterspyramide ganz oben. Ganz oben? Nicht ganz. Drei Frauen gehören mit mehr als 108 Jahren zu den ältesten Personen in der Hansestadt. Lydia Smuda wurde im Winter gar 110 Jahre alt.

Mäuse. Oh wie süß, oh wie putzig. Auftritt Kellner. Aus die Maus. Mit dem Schuh. Wo sich das Szenario abspielte? Zwischen Pinocchio-Becher, Banana-Split, Spaghettieis und Krokantbecher – mitten in einem Hamburger Eis-Café. Wer einmal Mäuse in der Wohnung hatte, und ich spreche da aus eigener Erfahrung, der weiß, wie viele Erreger so ein Nagetier im Gepäck hat. Ein Supergau für einen Saft… ähhh… Eisladen. Das dachte sich wohl auch der Kellner, und beendete das Szenario schnellstmöglich. Erst trat er ihr auf den Schwanz, um sie festzuhalten, und mit dem anderen Schuh kräftig zu zertrampeln. Schnell sammelte er sie mit einer Serviette auf, dann servierte er Latte Macchiato und Eiskaffee. Hat doch keiner gemerkt. Oder doch? Oh doch. Das kam nicht ganz so gut an bei den weinenden Kindern und empörten Gästen. Micky Maus-Becher – nein, den werden sie zukünftig garantiert woanders bestellen.

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