aber sicher 2019

Mehr Mobilität für die Kinder

Immer weniger Kinder können richtig Radfahren. Und leider gibtes viel zu häufig Verkehrsunfälle, in die Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer verwickelt sind.
15.08.2019, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anika Seebacher

Immer weniger Kinder können richtig Radfahren. Und leider gibt
es viel zu häufig Verkehrsunfälle, in die Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer verwickelt sind.
Mangelnde Erfahrung und zu wenig
Fahrpraxis führen dazu, dass Kinder Situationen nicht richtig einschätzen und sich falsch verhalten. Wie kann man die Mobilität von Kindern fördern? Welche Rollen spielen Bildungsträger, Lehrende
oder die Polizei? Und wie lässt sich Radfahren in den Schulunterricht integrieren?


Gemeinsam luden die Landesverkehrswacht Bremen und das Netzwerk „aber sicher!“ im Mai zu einem Symposium unter dem Titel „Mobile Zukunft“ ins Weserstadion ein, um diese Fragen in den Fokus zu rücken. Eingeladen waren Lehrer, Bildungsexperten und Kontaktpolizisten. „Wir wollten die Akteure zusammenbringen und auf das vorhandene Angebot aufmerksam machen“, sagt Verena Nölle vom Schulexpress, die sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung zeigt. Sie habe viele positive Stimmen gehört.


Das Ergebnis des Symposiums: Die Radfahrausbildung muss langfristig neu ausgerichtet werden. Dies soll mit mehr Personal sowie einem erhöhten Einsatz der Eltern erreicht werden. „Der richtige und sichere Umgang mit dem Rad ist genauso wichtig wie Rechnen und Lesen“, unterstreicht Nölle. Sie bedauert, dass es keine vorgeschriebenen Programme für die Bremer Schulen gebe, die Bewegung und Radfahren beinhalten. Umso wichtiger war es den Organisatoren, im Rahmen des Verkehrssymposiums auf Schulungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. So durften zwei Klassen der Grundschule Lessingstraße den Roller-Parcours testen, die Verkehrsschulen in der Vahr und in Bremen-Nord kennenlernen sowie Ausleihroller testen.


Seit Langem arbeitet die Arbeitsgruppe, bestehend aus dem ADAC, ADFC, der Polizei Bremen,
der Senatorin für Kinder und
Bildung, dem Senator für Umwelt,
Bau und Verkehr, der Unfallkasse
Freie Hansestadt Bremen, der Landesverkehrswacht Bremen, der Sparkasse Bremen, dem Schulexpress und dem WESER-KURIER, an Lösungen für einen sicheren Schulweg. Da war es für die Akteure selbstverständlich, Ansprechpartner auf Projekte und Unterstützungen hinzuweisen und ihnen einen Einblick in das Verkehrstraining zu geben.
Für den Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Bremen, Ralf
Spörhase, ist der Unterricht an den Schulen und in den Stadtteilen stark vom Engagement der Lehrer und der unterrichtenden Polizisten abhängig. Manchmal, so Spörhase, hätten mehr als 80 Prozent der Kinder einer Klasse noch nie auf einem Rad gesessen. Er hofft
auf ein ähnliches Modell wie in Hamburg: Dort kümmern sich 72 Polizisten um die Verkehrsprävention an rund 300 Grundschulen. „In Bremen fehlt diese Möglichkeit“, bedauert Verena Nölle. „Wenn wir unsere Kinder wieder mobiler bekommen, hilft uns das sicherlich auch in den Pisa- oder anderen Studien“, ist sie überzeugt.⇒ABO

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