Johann Büsen stellt in der Galerie Mönch aus / Bilder entstehen ausschließlich am Computer

Menschen, Tiere, amorphe Gebilde

Bremen. So viel Farbe ist selten. Mehr noch – wenn Johann Büsen seine großformatigen Bilder anlegt, dann weiß der Betrachter in der Regel kaum, wohin er zuerst gucken soll.
14.01.2014, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Peter Groth

So viel Farbe ist selten. Mehr noch – wenn Johann Büsen seine großformatigen Bilder anlegt, dann weiß der Betrachter in der Regel kaum, wohin er zuerst gucken soll. Da wimmelt es geradezu von Menschen, Tieren und kaum identifizierbaren amorphen Gebilden in meist schrillen Farben. Johann Büsen, bis 2010 Student an der Bremer Hochschule für Künste und mittlerweile in München lebend, liebt offenkundig die große Unübersichtlichkeit. In der Galerie Mönch zeigt Büsen jetzt einen Querschnitt seiner seit 2011 entstandenen Arbeiten, die einerseits eine konsequente Fortsetzung seines seit Studientagen betriebenen Kompositionsprinzips belegen, andererseit aber in den jüngsten, 2014 entstandenen Bildnissen neue Wege offenlegen. In den neuesten großformatigen Pigmentdrucken mit den Titeln „Sisters“ und „Floating“ dominieren florale Motive die Fläche, schafft Büsen im Vergleich zu früheren Arbeiten einen identifizierbaren Bildraum mit Vorder- und Hintergrund.

Zwar schweben auch in diesen Bildern drei Frauen und ein Jüngling frei im Raum. Im Gegensatz zu den älteren großformatigen Kompositionen stehen die Figuren aber im Zentrum, ziehen den Blick des Betrachters auf sich. Geblieben ist jedoch der ungemein fantasiereich gefüllte Bildraum. Diese Opulenz in Farben und Figuren ist bei Büsen nicht das Produkt eines malerischen Prozesses, sondern die kunstvolle Zusammenführung von unzähligen digital gespeicherten Bilddateien. Büsen erarbeitet seine Bildnisse ausschließlich am Computer, manchmal an drei Monitoren gleichzeitig. Hier fügt er Details zusammen, verwirft einzelne Motive mit einem Tastenbefehl und collagiert neu, bis ihn das Ergebnis zufriedenstellt. Dieses Endprodukt entsteht als Pigmentdruck und als Unikat – die verwendeten Bildelemente werden von Büsen anschließend unwiederbringlich gelöscht. Neben seinen großen erzählerischen Bildnissen zeigt der mit mehreren Förderpreisen bedachte Büsen Kleinformate, in denen er sich auf die Darstellung von Einzelpersonen, von Zwillingen oder eines Totenschädels beschränkt. Hier ist die Klarheit der jüngsten Bildnisse schon vorweg genommen – lediglich ein graphisches Raster umrahmt das eigentliche Motiv.

Galerie Mönch, Oberneulander Landstraße 153. Bis 23. Februar sonntags von 16 bis

19 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.

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