Bremen Mit dem Kickertisch von der Weser nach Köln zur Fachmesse

Bremen. Matthias Biehler braucht nur wenig Zeit, um seine Ausstellungsstücke zusammenzupacken für seinen Stand auf der Internationalen Möbelmesse (IMM) in Köln. Denn bei dem 51-Jährigen ist alles mobil: Seine rollbare Küche und vor allem der zusammenklappbare Fußballkicker-Tisch.
13.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von FLORIAN SCHWIEGERSHAUSEN

Bremen. Matthias Biehler braucht nur wenig Zeit, um seine Ausstellungsstücke zusammenzupacken für seinen Stand auf der Internationalen Möbelmesse (IMM) in Köln. Denn bei dem 51-Jährigen ist alles mobil: Seine rollbare Küche und vor allem der zusammenklappbare Fußballkicker-Tisch. Vor allem wegen letzterem kennen ihn bereits so einige Bremer unter dem Firmennamen „Flix“. Mit dem Kicker reist er nun zum fünften Mal in die Messehallen am Rhein. Wenn es nicht so wäre, würden ihn andere Aussteller um seinen Stand herum längst vermissen. Denn auf der Messe, die bis Sonntag, den 22. Januar läuft, kommt es immer mal wieder zu besuchsarmen Zeiten. „Dann ist bei uns immer viel los, weil die Mitarbeiter von den anderen Ständen bei uns am Kickern sind“, sagt Biehler.

Warum er jeden Januar nach Köln zur IMM fährt? „Durch die Messe habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder neue Vertriebspartner gefunden“, erklärt der Geschäftsführer, während er in seiner Werkstatt in der Bremer Neustadt den Kickertisch mit nur wenigen Handgriffen aufbaut. Wenn der Tisch in der Ecke steht, sind die Stangen mit den Spielern unter der Platte angeklemmt. Und wenn er aufgebaut ist, sind die Stangen dank zur Seite klappbarer Metallrahmen an den Seiten schnell eingespannt. Die Möbelmesse in Köln ist wiederum keine reine Fachmesse. Ab Montag sind nur die Fachbesucher unterwegs, ab Freitagmittag bis Sonntag ist die Messe dann für das gesamte Publikum geöffnet.

Ursprünglich hatte Biehler vor 15 Jahren mit seinen rollbaren Miniküchen mit Spüle, Arbeitsplatte oder auch Gasherd angefangen. „Ich bin gelernter Koch und so auf die Idee gekommen“, erklärt der Firmenchef, der drei Mitarbeiter hat. Der Kickertisch kam zufällig dazu. „Ich war vor zehn Jahren mit meiner Frau im Urlaub und da gab es auch einen Fußballkicker“, erinnert sich Biehler. „Danach wollte ich einen für Zuhause. Wegen Platzmangels sagte meine Frau, ich sollte einen zusammenklappbaren kaufen.“ Biehler fand aber nirgends einen. Also begann er selbst zu tüfteln. Daraus entstand dann der „Flix Libero“. Seit etwa fünf Jahren läuft der Verkauf ganz gut.

Außerdem betreibt sein Neffe Fred, der mit seinen 19 Jahren auch bereits im Unternehmen ist, einen Kickerverleih – für einen Tag oder für das ganze Wochenende. Den mieten dann entweder Firmen oder Privatpersonen für ihre Feiern. „Der Verleih allein würde sich nicht rechnen“, verrät Biehler. Aber die Mundpropaganda der Partygäste ist für ihn unbezahlbare Werbung. Den Spaß am Kickern beschreibt Biehler so: „Kickern ist wie Tanzen – man muss es nicht können, um es zu betreiben. Und auf Partys stellt man sich gern an den Tisch dazu.“

Auf der Möbelmesse in Köln kommt er am Kickertisch schnell mit den Leuten ins Gespräch, dann auch für seine mobilen Küchen, die zusammengeklappt etwas mehr als den Umfang einer Kiste Bier haben. Mit denen ist er sonst eher auf Gastro- und Altenpflegemessen unterwegs. „Gerade Seniorenheime fragen bei mir an, weil man die Küchen prima auf die Station schieben kann. Oder sie eignen sich prima zum Kochen mit Demenzkranken, weil man sich mit sechs bis acht Personen um die Küche herumversammeln kann – und das auch rollstuhlgerecht.“

An Privatpersonen hat er die Küchen schon bis nach Dubai und Australien verkauft. Dubai war auch bisher das weiteste Ziel, um zu einer Messe zu reisen. Ansonsten ging es schon nach Paris und London. Und auch dort durfte der Fußballkicker wiederum nicht fehlen. Bleibt noch die Frage: Wer spielt am besten im Flix-Team? Biehler grinst: „Eigentlich ich, aber mein Neffe Fred ist gerade besser. Das wird sich hoffentlich wieder ändern.“ Es muss also nur genug besucherarme Zeiten geben auf der Kölner Möbelmesse, damit es mit der Revanche klappt.

Bußgeld für Möbelhersteller Das Bundeskartellamt hat insgesamt mehr als 4,4 Millionen Euro Bußgeld gegen fünf Möbelhersteller verhängt. Diese haben verbotenerweise Druck auf die Preise in Möbelhäusern ausgeübt. Händler, die aus Sicht der Industrie Waren zu billig angeboten haben, wurden mit Liefersperren bedroht und erhielten zum Teil keine Ware mehr. Betroffen sind die Hersteller Hülsta, Kettler, Aeris, Rolf Benz und Zebra Nord in Hatten bei Oldenburg. Sie überwachten die Preise von Möbeln aller Art. Alle Unternehmen zeigten sich laut Behörde kooperativ, bis auf einen Fall sind alle Bußgeldbescheide rechtskräftig.
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