Der Bremer Sebastian Teichner ist erneut als Schafbauer Jensen in der Komödie „Landeier“ zu sehen Mit Heidschnucken auf Du und Du

Bremen. Nein, das will er eigentlich gar nicht hören. Schafbauer Jan Jensen soll ja der Publikumsliebling in der Komödie „Landeier – Bauern suchen Frauen“ sein, und wie lebt es sich so damit? „Ich bin ja einer von zweien“, wiegelt Sebastian Teichner sofort ab, erzählt von Pointen, die man sich gegenseitig zuwerfe und davon, dass „Theaterspielen immer Teamsport“ sei.
01.08.2015, 00:00
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Mit Heidschnucken auf Du und Du
Von Iris Hetscher

Nein, das will er eigentlich gar nicht hören. Schafbauer Jan Jensen soll ja der Publikumsliebling in der Komödie „Landeier – Bauern suchen Frauen“ sein, und wie lebt es sich so damit? „Ich bin ja einer von zweien“, wiegelt Sebastian Teichner sofort ab, erzählt von Pointen, die man sich gegenseitig zuwerfe und davon, dass „Theaterspielen immer Teamsport“ sei. Wenn er von seinem Beruf erzählt, kann er sich blitzschnell in Euphorie hineinreden, dann sprudelt es aus ihm hinaus. Teichner ist einfach gerne Schauspieler.

Ab Sonnabend schlüpft der 36-Jährige im Packhaustheater erneut in Buxe, kariertes Hemd und vergisst auch die hellbraune Mütze nicht. So ausgerüstet, sucht er als Jan Jensen eine Frau für Herz und Hof. Denn darum dreht sich alles in der Komödie „Landeier“ von Frederik Holtkamp, einer Art Bühnenversion der Fernsehserie „Neues aus Büttenwarder“. „Ich bin der zarte Typ“, sagt Teichner über seine Rolle als Schafbauer Jan Jensen. Sein Kumpel im Stück, Jens Jansen, ist rustikaler – kein Wunder, „der hat ja auch Schweine“. Beide lassen sich zu allen möglichen und unmöglichen Aktionen verleiten, um weibliche Pendants anzulocken: Kontaktanzeigen, Videos, Facebook. „Das soll auf jeden Fall lustig sein, aber wir machen uns nicht lustig“, sagt Sebastian Teichner und spricht damit den feinen Unterschied zwischen Komödie und Klamotte an. Der Komödiant erhebt sich nicht über seine Figur, zeichnet keine Karikatur von ihr, sondern bleibt ihr stets liebevoll verbunden. Das fasziniert Teichner am Boulevard so sehr: „Man muss immer versuchen, authentisch zu sein – das ist mitunter ganz schön schwierig, weil die Charaktere, die man spielt, oft im Publikum sitzen und uns Schauspieler einem Realitäts-Check unterziehen.“ Von daher konnte es auch nichts schaden, sich für „Landeier“ unter Schafe zu begeben. In dem Video, das während der Aufführung gezeigt wird, ist Teichner mit Heidschnucken zu sehen – der Dreh war durchaus anstrengend: „Man weiß ja nie, wie Tiere sich verhalten.“ Doch es ging alles gut, und „die Schafe habe ich später noch einmal besucht“, erzählt er. Mit Heidschnucken ist Teichner jetzt also auf Du und Du.

Auf Besuch in seiner Heimatstadt Bremen ist der Schauspieler bis zum 5. September, wenn die „Landeier“ zum vorerst letzten Mal im Packhaustheater zu sehen sind. Er ist zwar in Hamburg geboren, aber in Bremen-Nord aufgewachsen und hat hier „Bühnenblut geleckt“. Prägend sei dabei sein Deutschlehrer Max Wölfl gewesen, der das „Statt-Theater“ im Bürgerhaus Vegesack geleitet hat und dem Gymnasiasten erste Rollen gab. Danach machte Teichner in Osnabrück eine Ausbildung zum Musicaldarsteller, spielt aber seit 2012 ausschließlich Boulevardtheater – erfolgreich. Auf die Zeit in Bremen folgen Engagements in Braunschweig und Essen. Er habe eigentlich schon immer Schauspieler werden wollen, sagt Teichner noch zum Schluss des Gesprächs, „schon in der musikalischen Früherziehung, so mit fünf“. Ja, klar. Er nickt, lächelt, erzählt: „Ich sollte da etwas über ein Stück erzählen und die Zuschauer haben sofort gelacht. Da wusste ich, ich habe Talent.“

Die nächsten Termine: „Landeier – Bauern suchen Frauen“, 1. August, 17 und 20 Uhr, 7. August, 20 Uhr, 8. August, 17 und 20 Uhr.

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