Andy Grünert und Greyhound George zeigen ihr musikalisches Können

Mühlenblues begeistert das Publikum

Martfeld. Es war eine Premiere, die am Donnerstagabend in der Fehsenfeldschen Mühle stattfand: „Es sei die erste Mal, dass die gute Stube des Heimatvereins als Konzertbühne für die Kulturplattform dient“, meinte Organisator Joachim Rosche in seiner Begrüßung, selbst für die typische Schwüle Lousianas sei gesorgt worden, scherzte er und versprach ein Angebot, das allen viel Spaß machen werde. Dann gab er die Bühne frei für Andy Grünert und Greyhound George.
04.06.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Martfeld. Es war eine Premiere, die am Donnerstagabend in der Fehsenfeldschen Mühle stattfand: „Es sei die erste Mal, dass die gute Stube des Heimatvereins als Konzertbühne für die Kulturplattform dient“, meinte Organisator Joachim Rosche in seiner Begrüßung, selbst für die typische Schwüle Lousianas sei gesorgt worden, scherzte er und versprach ein Angebot, das allen viel Spaß machen werde. Dann gab er die Bühne frei für Andy Grünert und Greyhound George.

„Der Blues ist das ganz normale Leben in Musik übersetzt“, ist dieser in der Ankündigung zitiert worden, und er spielt den Blues nun schon seit drei Jahrzehnten. Am Donnerstagabend konnten die Besucher in der Fehsenfeldschen Mühle diese Lebensgeschichten live miterleben, denn zusammen mit seinem Partner an der Mundharmonika, Andy Grünert, sorgte der Gitarrist dafür, dass dem Blues ein weiteres beeindruckendes Kapitel hinzugefügt werden konnte.

In der voll besetzen Mühle ließen sie es richtig bluesen und rissen die Zuhörer mit, die schon nach dem ersten Stück in laute Beifallsrufe ausbrachen. „War die Mühle schon mal so voll?“, rief Grünert ins Publikum. „Nur bei einer Hochzeit“ kam es zurück, und dann gab´s auch schon das nächste Bluesstück von einem Mann, der so dick ist, dass er auch so heißt, so „The Alligator“ Grünert, der damit Fats Domino ankündigte und Sonderapplaus bekam für ein erstes beeindruckendes Solo an der Mundharmonika, dem noch etliche folgen sollten.

Aus den Sümpfen Louisiana ging es dann weiter ins Missisippi-Delta. „Wir durften dort im Winter an der Bluesweltmeisterschaft teilnehmen und haben davon ganz viel mitgenommen“, so Grünert. Der Song über den Highway 61 sei jetzt erst richtig von ihm verinnerlicht worden, ergänzte „Greyhound“ und griff zur Resonatorgitarre, um den „Deltablues“ zu zelebrieren.

Das nächste Stück liege ihm besonders am Herzen, da es die Geschichte eines Mannes aus dem Süden erzähle, der im Norden immer ein Fremder geblieben sei kündigte er den „Stranger Blues“ an und brachte seine Gitarre zum Weinen. Nach dem Stück erfuhren die Zuhörer weitere Details vom Wettbewerb: Natürlich sei man ganz schön aufgeregt gewesen, George habe daraufhin ein Stück komponiert mit dem Titel „Goin' To Memphis“, das dann auch dem Mühlenpublikum präsentiert wurde. Die silberne Resonatorgitarre wurde zeitweilig zur Trommel und die Mundharmonika-Einlagen sorgten für laute Beifallsrufe.

Man könne nicht einfach planen, Bluesmusiker zu werden, man sei es oder nicht, entweder man habe den Blues oder eben nicht, offenbarte Greyhound. Das nächste Stück handelte dann von einem Mann, der noch mehr Leben habe als eine Katze: „I´m Still Standing“, von ihm selbst gesungen. Die Geschichte über die nicht mehr vorhandenen Baumwollfelder im Missisippi-Delta diente als Einleitung für ein Bluesstück, in dem es ums Baumwollpflücken in Bielefeld ging, genauer gesagt ums Shoppen. In „The Fashion Girl“ fanden sich besonders die modebewussten Zuhörerinnen wieder und hatten sichtlich Spaß daran, dem rauen Gesang von Grünert zu lauschen.

Auch das vorletzte Stück vor der Pause hatte ein humorvolles Thema, es forderte dazu auf, den juckenden Rücken des Gegenübers zu kratzen: „Scratch My Back“. Und es gab weitere Details der Amerikareise – wie den Besuch des Kinderparadieses für Mundharmonikaspieler: „Ich habe mich wie ein kleiner Junge im Bonbonladen gefühlt“, erinnerte sich Grünert an seinen Besuch im größten Mundharmonikaladen der Welt. Allerdings habe er keine gekauft und seiner Sammlung von 30 Instrumenten keine mehr hinzugefügt, sondern ein gutes Mikrofon gekauft, erzählte der Meister an der Harmonika.

Das nächste Konzert der Kulturplattform wird am 30. Juni mit dem Ziganos in der Kastanie stattfinden, hatte Rosche angekündigt und damit für Begeisterung bei den Gästen gesorgt, die die Band schon kannten.

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