Die neue Queen of Pop Adele räumte bei dem Grammy-Awards sechs Trophäen ab

Mit ihrem Debüt avancierte sie zur vielversprechendsten Newcomerin Großbritanniens, nach dem zweiten Album liegt ihr nun die (Musik-)Welt zu füßen. Adele erhielt bei den Grammy-Awards sechs Preise für ihren Zweitling "21".
13.02.2012, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Hastig

Mit ihrem Debüt avancierte sie zur vielversprechendsten Newcomerin Großbritanniens, nach dem zweiten Album liegt ihr nun die (Musik-)Welt zu füßen. Adele erhielt bei den Grammy-Awards sechs Preise für ihren Zweitling "21".

Glitzer, Glamour und großen Rummel um die eigene Person: Das alles braucht Adele nicht, und im Mittelpunkt steht die Sängerin schon gar nicht gern. Doch spätestens jetzt sind alle Augen der Musikwelt auf die junge Dame gerichtet. Nach ihrer Jagd nach Chartrekorden, räumte Adele bei den Grammys ganz groß ab. Zu den zwei Preisen, die sie bereits 2009 für ihr Debütalbum erhielt, gingen bei der 54. Grammy-Verleihung in Los Angeles sechs Auszeichnungen an die Britin. Adele, die an diesem Abend nach ihrer Stimmband-OP im Herbst erstmals wieder auf der Bühne stand, bedankte sich in Los Angeles unter Tränen: "Ich kann euch gar nicht sagen, wie ich mich fühle. Dieses Jahr hat mein Leben umgekrempelt."

Erinnern wir uns: 2008 war das Jahr, in dem uns die großen Plattenfirmen nach dem Riesenerfolg von Amy Winehouse eine geballte Weiblichkeit präsentierten. Universal schickte die patente Kate Nash und Blue-Eyed-Soul-Newcomerin Duffy ins Rennen - und hatte zwei Punktlandungen. Die EMI versuchte es mit A Fine Frenzy, was nur so mittelgut klappte. Am meisten Kritikerlob heimste indes eine Künstlerin des Indie-Labels Beggars Group ein. Adeles Debüt "19" war nicht weniger als eine Bombe. Die - richtig - 19-Jährige, die ihren Nachnamen Adkins der Einfachheit halber unterschlägt, sang mit enorm variabler Stimme Soul-Songs im besten Sinne, schmachtete, litt, weinte.

Drei Jahre später ist der Hype um Sängerinnen aus dem Königreich vorbei - allein Adeles Karriere erreicht das nächste Level: Ihr zweites Album "21" war eine starke, allgemeingültige Pop-Platte. Ende 2011 war das Album in Großbritannien mit weltweit knapp 3,5 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste des 21. Jahrhunderts. Allein in Deutschland hielt sich der Longplayer fünf Wochen auf der Pole-Position und 39 Wochen in den Top-Fünf der deutschen Hitliste.

Dieser enorme Erfolg ist eigentlich gar nicht so verblüffend, denn schon ihr Debüt wies in diese Richtung. Die BBC wählte Adele vor dessen Erscheinen an die Spitze ihrer "Sound Of 2008"-Liste. Direkt nach seiner Veröffentlichung schaffte es "19" an die Spitze der britischen Albumcharts. Und der Erfolg war verdient. Adele ist nicht nur eine Multiinstrumentalistin, die an der renommierten Brit School lernte - wie auch Amy Winehouse, Leona Lewis und die Kooks. Lieder wie "Chasing Pavements", "Hometown Glory" oder "Daydreamer" waren wunderbar ehrliche Kleinode, die einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Britin gaben.

Ihr Herz trägt Adele seit jeher auf der Zunge. Auf "21" war es wieder eine gescheiterte Beziehung, die sie als Themenpool für ihre Texte nimmt. Fast dankbar sei sie darüber, verlassen worden zu sein, scherzte sie in einem Interview mit dem britischen "Telegraph". Ansonsten hätte sie schließlich über Bonusmeilen und Hotelzimmer singen müssen, und das sei kaum identifikationsstiftend.

In Interviews hingegen hält sie sich, was persönliche Dinge angeht, bedeckt. Fans, die in ihr Privatleben eindringen, beängstigen sie. Überhaupt ist ihr Lampenfieber fast schon legendär: "Wenn ich mich vor einem Auftritt übergebe, wird es brillant." Steht sie jedoch erst einmal auf der Bühne, gibt die heute 23-jährige Londonerin richtig Gas. Sie scherzt, sie lacht und sie flucht leidenschaftlich gern. Dass sie in ihrer Heimat dafür schon manche mediale Rüge einstecken musste, schert sie genauso wenig wie ihr Äußeres. Modeschöpfer Karl Lagerfeld nannte sie kürzlich erst "ein bisschen zu fett". Adele dürfte so ein Urteil herzlich egal sein: "Mein Leben ist voller Drama und ich hätte gar keine Zeit, mir über etwas belangloses Gedanken zu machen, wie ich aussehe", erklärte sie im "Rolling Stone". "Ich gehe nicht gern ins Fitness-Studio. Ich mag gutes Essen und guten Wein. Selbst wenn ich eine wirklich tolle Figur hätte, würde ich, glaube ich, für niemanden meinen Arsch und meine Brüste rausholen."

Das hätte Adele auch gar nicht nötig: Ihre starke Stimme, ihr Talent für Songwriting und ihr Gespür für die richtigen Produzenten - an "21" arbeitete unter anderem Rick Rubin - waren es, die ihr sechs der begehrtesten Musikpreise der Welt bescherten. Ausgezeichnet wurde die Sängerin in den Kategorien für ihre Single "Rolling In The Deep" (Aufnahme des Jahres, Song des Jahres, Bestes kurzes Musikvideo) und ihr Zweitwerk "21" (Album des Jahres, Bestes Vocal-Pop-Album) sowie für die Beste Solo-Performance Pop ("Someone like you"). Sechs Grammys - so viele der renommierten Auszeichnungen hatte Whitney Houston während ihrer gesamten Karriere gewonnen. Und nur eine Performerin ruft während der vom Tod des Superstars überschatteten Grammy-Verleihung ähnliche Begeisterung mit ihrer Stimme hervor wie einst Houston: Adele, die neue Königin der Popmusik.

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