Das nächste große Ding BBC kürt die vielversprechendsten Newcomer 2012

Das Orakel hat gesprochen: Auf der "BBC Sound Of 2012"-Liste stehen die fünf vielversprechendsten Newcomer 2012.
13.01.2012, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Anna Julia Höhr

Das Orakel hat gesprochen: Auf der "BBC Sound Of 2012"-Liste stehen die fünf vielversprechendsten Newcomer 2012.

50 Cent, Franz Ferdinand, Joss Stone, Hurts, Kaiser Chiefs, Duffy, Florence And The Machine, Lady Gaga - sie alle sind heute etablierte Acts in der Musikbranche. Und sie alle haben eins gemeinsam: Sie ergatterten einen Platz auf der Liste der vielversprechendsten Newcomer, die der britische Sender BBC seit 2003 alljährlich zum Jahresbeginn erstellt. 2011 wurde Jessie J zum nächsten großen Ding ausgerufen - ganz so durchgestartet wie erhofft ist die Popsängerin aber nicht. Daraus auf mangelnde Treffsicherheit zu schließen, wäre falsch: Dass sie zu Volltreffern fähig sind, haben die Fachleute bereits 2008 bewiesen, als sie einer gewissen Adele lange vor deren Durchbruch eine große Karriere prophezeiten. Wer in diesem Jahr - oder später - in ihre Fußstapfen treten könnte, verrät ein Blick auf die Gewinner des "BBC Sound Of 2012".

Platz 1: Michael Kiwanuka

In der Musikwelt herrscht Einigkeit: Michael Kiwanuka wird ein ganz Großer. Davon sind nicht nur die mehr als 180 Journalisten und Musikfachleute, die für BBC über die Newcomer 2012 abstimmten, überzeugt. In der "Los Angeles Times" war bereits eine Liebeserklärung an die einzigartige Soulstimme des 24-Jährigen zu lesen, und keine Geringere als Adele nahm den Londoner mit afrikanischen Wurzeln im vergangenen Jahr mit auf ihre Europa-Tournee. Dass seine Karriere ähnlich wie die seiner bereits berühmten Kollegin verlaufen wird, ist nicht ausgeschlossen: Wenn es Kiwanuka gelingt, einen Radiohit - und bei den ersten Mainstreamsendern rotiert "Tell Me A Tale" bereits - zu landen, könnte die Masse anbeißen und ihn auf die vordersten Plätze der Charts katapultieren. Denn wer einmal auf den fein gewobenen Retro-Soul des studierten Jazzmusikers aufmerksam geworden ist, kommt so schnell nicht mehr von ihm los. Ab 23. März kann man sich davon auf Albumlänge überzeugen - dann erscheint Michael Kiwanukas Debüt "Home Again".

Platz 2: Frank Ocean

Frank Ocean schrieb Songs für Justin Bieber und John Legend, bevor er sich auf seine Solokarriere konzentrierte. Den Wunsch, seine Lieder auch selbst zu singen, hatte der 24-Jährige schon lange, wie er im BBC-Interview verrät: "2005 zerstörte Hurricane Katrina mein Tonstudio in New Orleans. Ich musste neu anfangen und ging nach Los Angeles. Um mein Leben lang Songs für andere Künstler zu schreiben, habe ich meine Familie aber sicherlich nicht verlassen." Zielstrebig verfolgte Ocean seinen Karriere-Plan: Der rappende R'n'B-Sänger schloss sich dem HipHop-Kollektiv Odd Future Wolf Gang Kill Them All an, arbeitete gemeinsam mit Kanye West, Jay-Z und Beyoncé und erregte mit seinem Mixtape "Nostalgia, Ultra" Aufmerksamkeit. Bereits jetzt wird Frank Ocean mit Drake und Kanye West verglichen - mit seinem fürs Frühjahr geplanten Debütalbum will er seinen "zukunftsorientierten R'n'B" erfolgreich unters Volk bringen. Dafür, dass ihm das auch gelingen wird, soll unter anderem Erfolgsproduzent Pharrell Williams (Justin Timberlake, Madonna) sorgen.

Platz 3: Azealia Banks

Im Video zu ihrem Song "212" kommt Azealia Banks im süßen Mickey-Mouse-Pulli daher. Doch süß ist die 20-jährige Rapperin keineswegs. Im Gegenteil: Banks hat es faustdick hinter den Ohren und macht genau daraus auch keinen Hehl. Die "BBC Sound Of 2012"-Jury hat in den Liedern der Amerikanerin mehr als obszöne Worte entdeckt. Verwunderlich ist das nicht, denn allein ihr erwähnter Youtube-Hit ist abwechslungsreicher als so mancher Longplayer. Mit Missy Elliott und Salt'n'Pepa im Hinterkopf, mixt Banks derben Rap mit R'n'B, Pop- und House-Klängen und wird als große Konkurrentin für Nicki Minaj gehandelt. Von derartigen Vergleichen will Azealia Banks jedoch nichts wissen. "Sie ist sie, und ich bin ich", stellte sie unlängst im Interview mit "The Guardian" klar. Die provokante New Yorkerin arbeitet derzeit mit Produzent Paul Epsworth (Adele, Florence And The Machine) an ihrem Debütalbum. Am 12. Februar erscheint ihre gemeinsame Single mit den Scissor Sisters: "Shady Love".

Platz 4: Skrillex

Auf dem vierten Rang der "BBC Sound Of 2012"-Liste landete mit Skrillex der prominenteste Kandidat. Für fünf Grammys nominiert zu sein, kann der Rest schließlich nicht von sich behaupten. DJ und Dubstep-Produzent Skrillex alias Sonny Moore schon. Mitte Februar könnte er unter anderem als "Bester neuer Künstler" ausgezeichnet werden. Der 24-Jährige, der gerade erst seine EP "Bangarang" veröffentlicht hat, war als Leadsänger der Post-Hardcore-Band From First To Last unterwegs, bevor er sich vor fünf Jahren zum Vorantreiben seiner Solo-Karriere entschloss. Skrillex steht auf dumpfe Bässe, düstere Klänge und gebrochene Beats. Eine Mischung, die bereits Lady Gaga, Bruno Mars oder auch Frida Gold dazu veranlasste, ihn Remixe für sie produzieren zu lassen. Obwohl seine Musik anders klingt: Ein richtiges Tonstudio hat sich Skrillex bis heute nicht eingerichtet. Er bastelt bevorzugt in Hotelzimmern und im Flugzeug an seinen Songs.

Platz 5: Niki & The Dove

Nordisch kühl, mystisch und düster: Die Musik von Niki & The Dove, dem aus Malin Dahlström und Gustaf Karlöf bestehenden schwedischen Elektropop-Duo, erinnert an Acts wie Kate Bush oder ihre Landsmänner The Knife. Dass ihre Musik auf Gefallen stößt, verwundert die beiden nicht: "Uns Schweden geht es gut. Wir haben Zeit und Geld, um Musik zu machen. Wenn man in Schweden als Kind musikalisch aktiv werden möchte, kann man das einfach tun, ganz umsonst. Kinder werden hier sehr gefördert." Obwohl sich Dahlström und Karlöf schon 1999 kennen und schätzen lernten, riefen sie Niki & The Dove erst vor zwei Jahren ins Leben. Mit Erfolg: Die BBC-Jury konnte sich dem Mix aus 80er-Disco-Sound und Indiepop-Klängen jedenfalls nicht entziehen.

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