Einsicht oder Flucht nach vorn? Britney Spears' Vater will auf Vormundschaft verzichten

Der Streit um die Vormundschaft für die Pop-Ikone Britney Spears hat eine neue Wende genommen. Vater James will die Kontrolle über die Finanzen seiner Tochter aufgeben.
08.09.2021, 16:47
Lesedauer: 2 Min
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Britney Spears' Vater will auf Vormundschaft verzichten
Von Thomas Spang

Ihre Fans tun schon so, als sei das Ende der Vormundschaft besiegelt. "Sie hatte für lange Zeit keine Stimme", freut sich Megan Radford von der "Free Britney"-Bewegung, die sich lautstark auf der Straße und im Netz für die Sängerin Britney Spears starkmacht. "Wir sind dankbar, dass wir so weit gekommen sind." Auf Twitter jubeln ihre Anhänger über die Nachricht, dass James Spears vor Gericht das Ende seiner Vormundschaft beantragt hat. "Britney kommt nach 13 Jahren frei", schreibt einer unter #FreeBritney. "Sie verdient es, selbstbestimmt zu leben", freut sich ein anderer Unterstützer.

Der neue Anwalt der Pop-Künstlerin ist vorsichtiger. Mathew Rosengart nennt den Antrag eine "Genugtuung", wittert aber eine Finte des Vaters. Falls James Spears glaube, er könne damit vermeiden, „Rechenschaft abzulegen, hat er sich vertan“. Der Vater kassierte eine jährliche "Entschädigung" von 192.000 Dollar plus einen prozentualen Anteil der Gagen seiner Tochter. Gut honorieren lässt sich auch die von ihm beauftragte Firma, die sich um das auf 60 Millionen Dollar geschätzte Vermögen der Pop-Ikone kümmert.

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Die Anwälte des Vaters argumentierten, er habe stets nur das Beste für seine Tochter gewollt. "Falls Misses Spears die Vormundschaft beenden wolle und glaube, sie könne ihr eigenes Leben im Griff haben", erklärte Vivian Lee Thoreen, "sollte sie nach Ansicht von Mister Spears die Möglichkeit dazu haben". Sie habe zuletzt "ein Maß an Unabhängigkeit bewiesen, das infrage stelle, ob eine weitere Vormundschaft für diese Person notwendig ist". Späte Einsicht oder Flucht nach vorn? Darüber muss nun Richterin Brenda Penny entscheiden, die für den 29. September eine weitere Anhörung angesetzt hat. Sie versucht Sachlichkeit in die von großem öffentlichen Trubel begleitete Auseinandersetzung zu bringen.

Zu den Fakten gehört, dass James Spears bereits im Jahr 2019 die Vormundschaft für die persönlichen Angelegenheiten seiner Tochter aufgegeben hat. Die medizinische und psychologische Betreuung Britneys, deren Karriere von Drogenmissbrauch und mentalen Zusammenbrüchen begleitet war, ging an die vom Gericht eingesetzte Expertin Jodi Montgomery über. Britney Spears hatte bei einer Anhörung am 23. Juni über ein Leben unter totaler Kontrolle geklagt. „Ich möchte mein Leben zurück", verlangte Britney. Sie habe keine Privatsphäre, dürfe ihren Freund Sam Asghari nicht heiraten und nicht schwanger werden. "Sie möchten nicht, dass ich Kinder bekomme", hielt sie ihren Aufpassern vor.



Warum sie so lange nichts gesagt habe, fragte Richterin Penny die via Lautsprecher zugeschaltete Spears. "Ich habe es verdrängt. Ich stand unter Schock. Ich bin traumatisiert", sagte die 39-Jährige, die nach mehreren Episoden von Drogenmissbrauch und persönlichen Krisen seit 2008 unter Vormundschaft steht.
Richterin Penny muss nun entscheiden, ob Britney Spears ohne weitere Untersuchungen aus der Vormundschaft entlassen werden kann. Dafür allerdings müsste ihr Anwalt das Ende der sogenannten "Conservatorship" fordern. Dieser Antrag liegt dem Gericht bisher nicht vor.

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