Aktuelle Tipps

Die No Angels und ihr Comeback-Album: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Lena, Billy F Gibbons, Till Lindemann und die No Angels, die sieben Jahre nach der letzten Auflösung mit "20" ihr Comeback feiern: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.
04.06.2021, 13:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von teleschau - John Fasnaugh

Sie waren 2003 weg, dann waren sie 2014 erneut weg, jetzt sind sie wieder da: Nach ein paar aufsehenerregenden TV-Auftritten veröffentlichen die vier verbliebenen No Angels ihr Comeback-Album "20", mit dem gleichzeitig Jubiläum gefeiert wird. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Lena Meyer-Landrut, ZZ-Top-Star Billy Gibbons und dem "Kinderhasser" Till Lindemann.

No Angels - 20

Fünf Millionen Platten verkauft, vier Nummer-eins-Hits und drei Nummer-eins-Alben: Es hat wahrscheinlich schon seine Berechtigung, dass einige Medien vom "Comeback des Jahres" sprechen. Sieben Jahre nach ihrer zweiten Auflösung sind die No Angels jedenfalls wieder da. Mit Sandy, Nadja, Lucy und Jessica, aber ohne Vanessa (Petruo), die inzwischen lieber als Wissenschaftlerin in Amerika arbeitet.

Wo es mit diesem Comeback hingehen soll, deuteten die No Angels zuletzt schon mit ein paar größeren TV-Auftritten ("Schlagerchampions", "Let's Dance") an: die alten Hits feiern, darum geht es, und schöne Kleider tragen, in denen die einstigen "Popstars"-Gewinnerinnen nach wie vor toll aussehen. "20" heißt nun das offizielle Comeback-Produkt, eine Jubiläumsplatte mit "Celebration"-Versionen von "Daylight In Your Eyes", "Rivers Of Joy", "There Must Be An Angel" und anderen No-Angels-Klassikern. Immerhin vier ganz neue Songs gibt es auch - das ist nicht viel, aber vielleicht sogar mehr als nötig. Wenn denn irgendwann auch die Comeback-Tour kommt, ist wohl allen Beteiligten klar, was die Fans erwarten.

Lena - Strip

Hoppla, dann waren die drei EPs mit alten Songs also doch noch nicht alles. Eine Woche nach Abschluss ihrer ziemlich überflüssigen Reihe an "kuratierten" Minialben hat Lena die Single "Strip" veröffentlicht - ihr erster neuer Song seit der Veröffentlichung des Albums "Love, L" (2019) vor über zwei Jahren. Und: ein echtes Pop-Statement.

"I'm sorry I'm not sorry / I am what I am", heißt es in dem Lied, und: "If I don't fit into your boxes you can cross me off your list". Lena Meyer-Landrut, gerade 30 geworden, hat also genug vom Schubladendenken und keine Lust, sich mit anderen Menschen zu vergleichen (oder verglichen zu werden?). Die Botschaft dieser durchaus erfrischenden Pop-Nummer ist jedenfalls klar: Sei du selbst und kümmere dich nicht um das Gerede der Anderen, streife unnötigen Ballast ab ("strip"), "All we need is love, love, love, love, love, love".

Billy F Gibbons - Hardware

Schicke Autos, Frauen in knappen Höschen, Klapperschlangen und Kojoten im Death Valley: Billy Gibbons ohne ZZ-Top-Ästhetik geht wohl nicht, selbst wenn er sich ganz bewusst hinstellt und ohne seine legendäre Stammband ein Soloalbum veröffentlicht. Sogar das Cover zu "Hardware", auf dem ein Hotrod wie aus dem kultigen "Gimme All Your Lovin'"-Video abgebildet ist, verweist eindeutig auf ZZ Top.

Aber was soll's, eine coole Socke ist Billy Gibbons nach wie vor, und darauf kommt es an. Langer Bart, Sonnenbrille, eh klar, und den Rest erledigt die Gitarre. Billy F Gibbons liefert mit einem staubtrockenen Mix aus Rock'n'Roll, Blues und ein bisschen Gospel genau das, was er am besten kann, aber dass er es sich zu leicht gemacht hätte, kann man ihm nicht vorwerfen. Für die Arbeiten an seinem dritten Soloalbum zog sich der inzwischen 71-Jährige für ein paar Wochen in die Wüste zurück. "Um etwas Dampf abzulassen, haben wir dann einfach alles rausgerockt - und genau darum geht's auch bei 'Hardware'."

Till Lindemann - Ich hasse Kinder

Na also, da hat er doch noch einmal ein vermeintliches Tabuthema gefunden, das es so bislang nicht gegeben hat in der deutschen Musik: "Ich hasse Kinder", singt Till Lindemann in einer gleichnamigen neuen Solo-Single. Kinder nerven den Rammstein-Frontmann, zum Beispiel im Flugzeug. "Ich näher' mich der Klagereihe / Immer lauter das Geschreie / Der Angst weicht nun Gewissheit hier / Ein Kleinkind sitzt gleich neben mir". Alles klar.

Lindemann brüllt und wütet und lässt in einem dazugehörigen Video auch wieder viel Blut spritzen. Er schränkt ein, dass er die eigenen Kinder durchaus liebt, fragt aber auch: "Kann und muss man Kinder schlagen?" Mehr kann man heute wohl nicht mehr tun, um mit Populärmusik zu provozieren. Etwas anderes als das, eine Provokation um der Provokation willen, ist es aber wohl auch nicht - Till Lindemann eben. Immerhin, die Fans sind sehr angetan von dieser neuesten Geschmacklosigkeit: Der Clip zu "Ich hasse Kinder" kommt bei YouTube bereits auf über drei Millionen Klicks.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren