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Ernsthaft, Lena? Das sind die Musik-Highlights der Woche

Die Prinzen, Tokio Hotel, DMX und Lena Meyer-Landrut, die sich einmal mehr als Vermarktungsgenie beweist, aber ansonsten nicht viel zu bieten hat: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.
28.05.2021, 12:12
Lesedauer: 3 Min
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Von teleschau - John Fasnaugh

Schließt sie mit ihrem Influencer-Dasein ab? Erfindet sie sich komplett neu? Oder zieht sie sich womöglich ganz aus der Öffentlichkeit zurück? Die Boulevard-Medien wie auch die Fans witterten eine schwere Erschütterung der Pop-Welt, als Lena Meyer-Landrut zuletzt sämtliche Beiträge aus ihrem Instagram-Profil löschte. Und dann passierte doch erstaunlich wenig. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von den Prinzen, Tokio Hotel und der kürzlich verstorbenen Rap-Ikone DMX.

Lena - Optimistic/Kind/Confident

Social-Media-Regeln für Fortgeschrittene: Jeder Content ist guter Content, aber das Entfernen von altem Content ist manchmal noch besser. Die Aufregung war jedenfalls riesig, als Lena Meyer-Landrut kürzlich ihr gesamtes Instagram-Profil leerfegte, noch dazu kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Erst ewig nichts gehört, dann alles gelöscht! Was geht da vor?! Inzwischen weiß man, was die Aktion zu bedeuten hatte: nichts. Aber so hat zumindest jeder genau hingesehen, als Lena kurz darauf drei neue EPs veröffentlichte.

Korrekterweise muss man allerdings sagen: Richtige EPs sind es nicht. Lena nutzt für "Optimistic", "Kind" und "Confident" das Playlist-Format "Curated EP", um alte Songs in einer neuen Zusammenstellung zu präsentieren. Dazu hat sie aber immerhin noch ein paar kurze Videoclips gedreht, in denen sie Begriffe wie "Optimismus" und "Kind" erklärt. "'Kind' ist für mich warmherzig, liebevoll, wahrscheinlich irgendwie gütig. 'Güte' wäre wahrscheinlich ein gutes Wort dafür. Verständnisvoll." Und so weiter. Ein Minimum an "echtem" neuem Content musste am Ende also doch noch sein, aber trotzdem, mal ganz im Ernst: Puh.

Die Prinzen - Krone der Schöpfung

Nein, auch diesmal sei es kein Comeback, sagen sie, schließlich seien sie nie weg gewesen. Also dann: ein neues Prinzen-Album, für das sich die A-Capella-Freunde um Sebastian Krumbiegel einfach etwas länger Zeit ließen. Sechs Jahre sind seit dem Vorgänger "Familienalbum" (2015) vergangen, zum Band-Jubiläum präsentieren Die Prinzen nun zwölf brandneue Songs sowie fünf alte, die aber mit prominenten Gästen überarbeitet wurden.

Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens singen Die Prinzen mit Deine Freunde ("Alles nur geklaut"), Eko Fresh und MoTrip ("Millionär"), Mine ("Gabi und Klaus") und Jennifer Weist ("Küssen verboten"). Außerdem sind, Achtung, Olli Dittrich und Wigald Boning dabei, die erstmals seit den 90-ern wieder als Die Doofen auftreten und "(Du musst) ein Schwein sein" trällern. Und die neuen Songs? Halten da leider nicht immer mit. Die Prinzen machen sich über die "Krone der Schöpfung" lustig, wie nur sie es können, aber man vermisst den Punk früherer Tage. Krumbiegel und Co. sind inzwischen wohl erwachsen geworden.

Tokio Hotel & Vize - Behind Bue Eyes

Keine Grenzen, alles ist möglich, "Diversity!": Mit Alex hat bei "Germany's Next Topmodel" gerade zum ersten Mal eine Transgender-Kandidatin gewonnen. Und jetzt ist sie - zusammen mit Finalistin Dasha - im Video einer Gruppe zu sehen, bei der inzwischen wohl auch alles möglich ist: Tokio Hotel, seit ein paar Jahren so etwas wie die GNTM-Hausband, haben "Behind Blue Eyes" von The Who gecovert.

Dass die Kaulitz-Brüder öfter mal mit Heidi Klum auf dem Sofa sitzen und The Who hören, ist schwer vorstellbar, und mit dem Original von 1971 hat die Tokio-Hotel-Version nicht viel zu tun (mit dem berühmten Cover von Limp Bizkit auch nicht). Aber dafür kann man dazu gut tanzen, und in dem Video, das live während des GNTM-Finals gedreht wurde, sind natürlich auch alle ziemlich schick. Tokio Hotel haben erneut mit dem Duo Vize zusammengearbeitet, das die Rock-Ballade in eine House-Nummer mit stampfendem Beat verwandelte. Bumm, bumm, bumm, ab in den Club - und hoffen, dass die alten The-Who-Fans nichts von all dem mitbekommen.

DMX - Exodus

Er verkaufte über 70 Millionen Tonträger und seine großen Hits wie "Party Up (Up In Here)" oder "X Gon' Give It To Ya" kennt man auch dann, wenn man normalerweise einen großen Bogen um Rap-Musik macht: Mit DMX, der am 9. April im Alter von 50 Jahren an den Folgen einer Überdosis starb, verlor die HipHop-Gemeinde einen ihrer größten Stars. Einen Ausnahmekünstler, der schon zu Lebzeiten zur Legende wurde und trotzdem noch große Pläne hatte: Kurz vor seinem Tod stellte DMX das Album "Exodus" fertig, das nun posthum veröffentlicht wurde.

Jay-Z, Nas, Lil Wayne, Bono, Usher, Alicia Keys und Snoop Dogg: Die Liste der Gastmusiker auf dieser Platte spricht für sich. DMX war einer der ganz Großen im Business und hinterlässt mit "Exodus" ein denkwürdiges letztes Album. Trostlos, brutal, ein bisschen dreckig und genauso großspurig, wie ein HipHop-Album sein muss. "Exodus" wäre das erste reguläre DMX-Album seit 2012 gewesen und nach seiner Rückkehr zu Def Jam die erste Veröffentlichung bei dem Kultlabel seit 2003. Das hätte ein echtes Comeback werden können.

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