"Das Leben hat seine harten Zeiten" Nicole Scherzinger veröffentlicht ihr erstes Soloalbum "Killer Love"

Eine nachdenkliche Puppe: Ex-Pussycat-Dolls-Frontfrau Nicole Scherzinger spricht über Gott, kleine Engel und ihren Freund Lewis Hamilton. Und vor allem über den Schmerz.
19.08.2011, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Claudia Nitsche

Eine nachdenkliche Puppe: Ex-Pussycat-Dolls-Frontfrau Nicole Scherzinger spricht über Gott, kleine Engel und ihren Freund Lewis Hamilton. Und vor allem über den Schmerz.

Die Pussycat Dolls verband man in den letzten Jahren nur mit einem Namen: Nicole Scherzinger. Die 33-jährige Sängerin ist eine harmoniebedürftige und freundliche Frau. Aber es kam der Moment, an dem sie sich im Gefüge ihrer Girlgroup nicht mehr wohl fühlte. Mit ihrem Soloalbum "Killer Love" (VÖ: 26.08.) definiert Scherzinger ihren Weg als eigenständige Künstlerin. Ihre R'n'B-Songs blasen den Hörer weg, sollen Mutmacher sein für alle Menschen mit gebrochenen Herzen. Im Interview allerdings spricht die Lebensgefährtin von Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton mit sehr leiser Stimme - auch darüber, dass man viel mehr erträgt, als man denkt. Auch wenn sie nicht ins Detail geht, ist wohl die Rede von ihrer kurzzeitigen Trennung im vergangenen Jahr.

teleschau: Die Songs auf "Killer Love" sind unglaublich kraftvoll. Spiegelt das Ihre Persönlichkeit wider?

Nicole Scherzinger: Das tun die Songs, ja. Ich habe mich in dieses Album reingehängt wie noch in keine Arbeit zuvor. Ich wollte Stärke demonstrieren.

teleschau: Sind Sie denn stärker?

Scherzinger: Bin ich, ja. Wenn dir dein Herz bricht, du geliebt hast, dann erlebst du alles neu und stellst unter dem Strich fest, dass du viel stärker bist, als du vorher dachtest. Das Album lässt tief in mein Leben blicken. Es soll anderen Stärke geben und Mut machen.

teleschau: Das heißt, der Titel "Killer Love" kommt nicht von ungefähr.

Scherzinger: Liebe kann sehr viel. Auch Dinge, die dir nicht so gefallen. Das ist manchmal so. Dann schwingt eine wunderbare Liebe in eine quälende um, die dir nicht gut tut.

teleschau: Wie kann man sich dagegen schützen?

Scherzinger: Du hast nur zwei Möglichkeiten: Du kannst dabei bleiben und kämpfen. Oder aber du lässt sie los. Denn eine Killerliebe macht dich nur kaputt. Das braucht keiner.

teleschau: Sie hatten hohe Erwartungen an sich selbst, was die Songs angeht.

Scherzinger: Es war eigentlich nicht so, dass ich das Album unter Druck aufnahm, sondern weil sich bei den Pussycat Dolls so viel verändert hatte. Ich wollte nicht mit neuen, fremden Mädchen in einer neuen Band sein. Also habe ich jetzt einen weiteren Schritt gemacht. Es war einfach Zeit für dieses Album in Eigenverantwortung.

teleschau: Es muss ein anderes Gefühl sein, unter Ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen.

Scherzinger: Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob da nur mein Name steht. Ich habe auf diesen Moment mein Leben hingearbeitet. Da schwingt entsprechend Stolz mit. Ich war aber auch mit dem, was ich mit den Pussycat Dolls gemacht habe, sehr zufrieden. Das war ein anderes Kapitel in meinem Leben. Jetzt öffne ich meinen Fans gegenüber mein Herz mit so persönlichen Songs wie "Amen Jena". Trauriges muss man verarbeiten, das tue ich und will mit meinen Gedanken und Erfahrungen anderen helfen.

teleschau: Welche Gedanken und Erfahrungen sind das?

Scherzinger: Dass das Leben nicht immer leicht sein kann. Auch mit deinem Partner zusammen nicht. Es wäre schön, es ist aber nicht so. Loslassen ist ebenso schwer wie festhalten. Das Leben hat seine harten Zeiten.

teleschau: Wer ist Ihr größter Fan?

Scherzinger: Wahrscheinlich meine Mutter. Aber es gibt auch ein paar Freundinnen, die sehr große Fans sind.

teleschau: Wer sind "die kleinen Engel Liliana, Alexis und Ariella"?

Scherzinger: Meine Nichten, die drei Töchter meiner Schwester. Ich bin die Patin, und sie sind meine besten, kleinen Freundinnen. Auch wenn sie auf der anderen Seite der USA leben, halte ich es nie lange aus, sie nicht zu sehen.

teleschau: Sie leben in Los Angeles ...

Scherzinger: Und es scheint einfach immer die Sonne.

teleschau: Hilft Ihnen das, bei Laune zu bleiben?

Scherzinger: Das tut es (lacht). Es ist wirklich sehr schön dort. Ich laufe viel, gehe auch gern mal in die Berge.

teleschau: Sie haben auch in einigen Kinofilmen mitgespielt. Wollen Sie der Schauspielerei mehr Platz einräumen oder nur dann, wenn Zeit neben der Musik ist?

Scherzinger: Ich möchte das ausbauen, schließlich habe ich auf diesem Gebiet auch eine Ausbildung. Daher werde ich beide Gebiete erobern (lacht).

teleschau: Sie sind ein sehr gläubiger Mensch. Woran merkt man das in Ihrem Alltag?

Scherzinger: Ich gehe zur Kirche, wenn es möglich ist, aber ich bete jeden Tag beim Aufstehen und vor dem Schlafengehen. Gott ist mein Ein und Alles. Ohne ihn gäbe es mich nicht. Glaube beinhaltet Vertrauen. Auch in dich. Wir sollten darauf vertrauen, dass wir leben, viele Leute berühren können. Dies ist nur möglich durch Gott. Meine Musik ist meine Bestimmung.

teleschau: Vertrauen brauchen Sie auch, wenn Ihr Freund Lewis Hamilton zur Arbeit geht. Wie nimmt er Ihnen die Angst?

Scherzinger: Ich glaube an ihn, mehr als an irgendjemand anderen. Und ich vertraue darauf, dass er das kann, was er tut. Er fährt Rennen. Ich kann da nicht negativ denken. Optimismus hilft gegen Angst.

teleschau: Sie haben viele hübsche Bilder von sich auf Ihrem Album. Wie schön finden Sie sich denn selbst? Auf einer Liste von eins bis zehn?

Scherzinger: Das ist traurig, wenn Menschen nur das Äußerliche sehen. Bin ich schön? Ich weiß nicht. Ich nehm es als Kompliment. Aber an manchen Tagen wach ich auf und fühl mich wie eine Zehn, an anderen wie eine Zwei.

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