Geschäftsmann und Gentleman Taio Cruz veröffentlicht "TY.O"

Nur ein weiterer R'n'B-Star? Im Gegensatz zu vielen seiner erfolgreichen Kollegen ist Taio Cruz Brite - und besitzt die Manieren eines Gentleman.
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Von Nina Becker-Göpner

Nur ein weiterer R'n'B-Star? Im Gegensatz zu vielen seiner erfolgreichen Kollegen ist Taio Cruz Brite - und besitzt die Manieren eines Gentleman.

Sein Markenzeichen? Die Sonnenbrille, die Taio Cruz scheinbar niemals abnimmt. Sein Beruf? Songwriter - nicht nur für sich selbst ("Break Your Heart", "Dynamite", "Higher" - alles Top-Fünf-Hits), sondern auch für andere Stars (Britney Spears, Usher). Aber auch Geschäftsmann. Der 28-jährige Brite mit nigerianischen und brasilianischen Wurzeln besitzt ein eigenes Uhren- und Modelabel. Sein Äußeres? Dementsprechend gepflegt, Cruz hat ein strahlend-weißes Lächeln und ist stets gut gekleidet. Und im Gespräch zu seinem neuen Album "TY.O" stellt sich heraus, dass er nicht nur Hitlieferant und Geschäftsmann ist. Nein, der R'n'B-Star ist auch, entsprechend seiner Herkunft und Optik, ein höflicher, fast schon klassisch britischer Gentleman.

Was nicht heißen soll, dass Taio Cruz zurückhaltend ist, wenn es um seinen Erfolg geht: Produzenten von Lady Gaga, Jennifer Lopez oder Katy Perry geben sich auf seinem neuen Album ein Stelldichein - Charterfolg vorprogrammiert. Und für seine Karriere nimmt er viel in Kauf. So zog er Anfang des Jahres von England nach Los Angeles - wegen der Erfolgsaussichten. Immer korrekt gekleidet wirkt er ohnehin mehr wie ein Geschäftsmann als ein erfolgreicher Musiker. Und ein erfolgreicher Geschäftsmann weiß, wo Nachfrage herrscht und liefert blitzschnell das Angebot. Wo andere sich besorgt Gedanken über die Flatrate-Sauf-Parties der Jugendlichen machen, schnuppert er den Trend und liefert den trinkwütigen Teenagern den Abgesang für den nächsten Morgen: seine neue Hitsingle "Hangover".

Dazu hat Taio eine klare, professionelle Meinung: "Es geht zwar um einen Kater, aber nicht zwingend um einen, den ich hatte. Ich trinke nämlich gar nicht so viel. Aber egal, wo auf dieser Welt gefeiert wird, es gibt immer wieder Leute, die ein bisschen mehr trinken, als sie eigentlich sollten. Am nächsten Morgen merken sie dann die Folgen. Und ich war der Meinung, diese Menschen brauchen eine Hymne." Gesagt, und als kluger Geschäftsmann getan. Ein bisschen möchte er den Song dann doch auch verteidigen: "Mit dem Kater und mit dem Song 'Hangover' ist das so eine Yin und Yang-Sache: Der Song beleuchtet die fröhliche Seite des Katers, nämlich die Erinnerungen an den Abend davor - so richtig auf die schrecklichen Nebenwirkungen gehe ich ja kaum ein."

Cruz ist Brite durch und durch, ein Gespräch mit ihm lässt erahnen, dass es sich hier um einen wahren Gentleman handelt. Auch wenn seine Videos anderes vermuten lassen: Frauen, spärlich bekleidet, wiegen sich zum Rhythmus und sitzen in dicken Autos rum. Das will Cruz - ganz der Ästhet - aber nicht gelten lassen: "Also, zum einen sind die Damen in meinen Videos generell nicht nackt, sondern schon eher angezogen. Zum anderen denke ich, dass Frauen wunderschön sind und man sie eben gerne ansieht. Und wenn sie etwas von ihrer Schönheit zur Komplettierung meines Musikvideos abgeben, finde ich das ganz wunderbar. Vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten Musikvideoregisseure eben männlich sind. Weibliche Regisseure würden das vielleicht anders lösen!"

Cruz kennt sich hinter den Kulissen aus. Er selbst hat dort schon als Texter oder Produzent für Stars wie Britney Spears, Usher, Sugababes oder David Guetta gearbeitet. 2006 begann er seine Karriere als Sänger, dann wechselte er ins Fach des Produzenten, jetzt ist er wieder Bühnenkünstler: "Die Metamorphose ging in kleinen Schritten voran. Ich begann als Künstler, dann war ich als Songwriter und Produzent gefragt und jetzt wieder als Künstler. Manchmal ist das echt ein seltsames Gefühl und ich kann gar nicht glauben, dass das alles wirklich passiert und stehe dem Erfolg erwartungsfroh, aber auch skeptisch gegenüber." Dennoch: Natürlich bereitet es ihm Freude zu sehen und hören, dass seine Musik ankommt - oder auch nicht: "Richtig cool ist es, einen neuen Song, wie jetzt zum Beispiel 'Hangover', zu hören. Dann beobachte ich natürlich den Taxifahrer, wie er so reagiert. Ist immer witzig zu sehen und manchmal auch schlimm - einer hat mal sofort auf eine andere Radiostation gewechselt." Sagt's und lacht charmant.

Charme, gutes Aussehen und Erfolg: Eigentlich sollten die Frauen bei Taio Cruz Schlange stehen. Doch der R'n'B-Star, derzeit Single, fällt nicht auf alle Avancen herein: "Es gibt einige Frauen, die nicht gerade vorurteilsfrei an mich herangehen. Ich gehe nicht oft aus, aber wenn ich mal im Club bin, kommt es durchaus vor, dass eine zu mir sagt: 'Hey, du bist ja ein ganz ein mieser - ein Herzensbrecher!' Hallo Mädels! "Break Your Heart" ist ein Song! Da bin ich echt manchmal ganz verwirrt, wenn so etwas passiert und ich mit meinen Songtexten gleichgesetzt werde. Aber natürlich gibt es auch Frauen, die sehr nett auf mich reagieren und zwischen dem Sänger und der Privatperson Taio unterscheiden können."

Sehen und womöglich persönlich kennenlernen kann die Damenwelt Cruz übrigens nächstes Jahr, 2012 sind Liveauftritte geplant, die ihn wahrscheinlich auch nach Deutschland führen werden. Bis dahin arbeitet er weiter an seinem Erfolg - und denkt im Zweifelsfall lieber eine Nummer zu groß als zu klein. "Ich bin da ganz offen, mit wem ich als nächstes arbeiten werde", antwortet er nach möglichen musikalischen Partnern befragt. "Mein Wunsch war es immer, einmal mit Michael Jackson zusammenzuarbeiten. Aber das geht ja leider nicht mehr. Aber gegen Lady Gaga oder Nickelback hätte ich auch nichts einzuwenden!"

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