Leben & Gesundheit

Neue Liebe zu altem Gemüse

Den Trend zum Grünkohl-Smoothie hat sie lange ignoriert und war zunächst überrascht, als sie erfuhr, dass Australier, Amerikaner und Engländer verrückt nach „kale“ sind, den sie sogar in ihren Gärten anbauen. „Ich wollte auch nicht hören, wie gesund das Zeug ist, weil es mir einfach nicht geschmeckt hat“, beschreibt sie in ihrem Blog kochenkunstundketchup.
02.02.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von CFR

Den Trend zum Grünkohl-Smoothie hat sie lange ignoriert und war zunächst überrascht, als sie erfuhr, dass Australier, Amerikaner und Engländer verrückt nach „kale“ sind, den sie sogar in ihren Gärten anbauen. „Ich wollte auch nicht hören, wie gesund das Zeug ist, weil es mir einfach nicht geschmeckt hat“, beschreibt sie in ihrem Blog kochenkunstundketchup.de. Ihre Devise: „Nö. Mag ich nicht, ich esse meinen Salat lieber mit einem schönen Vinaigrette-Dressing.“

Das hat sich grundlegend geändert. Seit Borsi ein Facebook-Video von Ursula Karven sah, in dem die Schauspielerin und Yogaexpertin einen Grünkohl-Smoothie mixt. Borsi probierte es aus – und fand es gut. „Seitdem habe ich immer frischen Grünkohl im Tiefkühlfach“, betont sie. Heute gibt es zweimal in der Woche das gesunde Getränk bei ihr zu Hause, oft als spätes Mittagessen, wenn ihre jugendlichen Kinder von der Schule kommen. „Ich finde, so ein Grünkohl-Smoothie ist eine perfekte Zwischenmahlzeit oder Ergänzung zu einem leichten Mittagessen, etwa zusammen mit einem Quinoa-Salat.“ Auch andere Gerichte bereitet sie inzwischen mit Grünkohl zu und nimmt das gesunde Gemüse etwa als Beigabe zu anderen Salaten – mit Pinienkernen und einer Vinaigrette.

„Ich habe immer wahnsinnig gern gegessen“, erzählt Borsi. Schon als Kind habe sie am liebsten auf einem Hocker
in der Küche gesessen und ihrer Mutter beim Kochen zugeschaut. „Die schönsten Gespräche finden doch am Küchentisch statt.“ Geboren in Stuttgart zog sie siebenjährig mit ihren Eltern vom Bodensee nach Bremen. Ihr Vater, der Journalist und Dokumentarfilmer Elmar Hügler, war von 1974 bis zu seiner Pensionierung 1999 Leiter der Abteilung Kultur und Gesellschaft /Fernsehen bei Radio Bremen. Eigentlich wollte die Familie zunächst nur zwei Jahre in Bremen bleiben, doch daraus wurde nichts. Heute leben Borsis Eltern immer noch dort, sogar im selben Haus wie einst. Sich in Bremen einzuleben, war nicht immer leicht. Zu Beginn war Norddeutschland für die Familie aus Schwaben ein kulinarisches Niemandsland. „Allein den Namen Kohl und Pinkel fand ich abschreckend“, sagt die 50-Jährige. Als sie Kohl mit Grützwurst probieren musste, habe sie das Gefühl gehabt, endgültig „aus dem schwäbischen Paradies von Maultaschen und Spätzle vertrieben worden zu sein“. Nach dem Abitur, einem Praktikum beim WESER-KURIER und dem Studium der Kulturwissenschaften in Hamburg zog Borsi nach Berlin, um dort Volkswirtschaft und Philosophie zu studieren. Sie sei zwar in Berlin heimisch geworden, frage man sie aber heute, woher sie komme, laute die Antwort: „Ich komme aus Bremen.“

In Berlin arbeitet Borsi als Unternehmensberaterin. Für einen Kunden musste sie eine Strategie für das Internet entwickeln, dabei entstand die Idee, es mit einem eigenen Blog auszuprobieren. „Ich hatte Sehnsucht nach dem Journalismus“, sagt sie. Borsi sieht ihren Auftritt im Netz eher als Magazin mit kulinarischen Reportagen, intuitiver Küche – „ich koche selten nach Rezept“ – und zahlreichen Rezepten. Vier bis acht Artikel stellt sie im Monat online, so auch das Rezept für den Grünkohl-Smoothie. Bremer Braunkohl mit Pinkel gab es bislang noch nicht. Aber wer weiß, ob sich das nicht irgendwann auch noch ändert.

Rezept

Green Smoothie mit Grünkohl Zutaten für 2 große Portionen • 50 g Grünkohl frisch (oder tiefgekühlt) • 50 g Salat – zum Beispiel Biospinat, Biorucola • 50 g Zucchini • 1 Apfel • 1 Stück Ingwer (daumengroß) • 2 TL Nussmus, zum Beispiel Mandelmus • 1 ganze gepresste Orange oder 100 ml Orangensaft • 200 bis 300 ml Wasser • 1 Messerspitze Zimt Optional • 100 g Mango statt Apfel (Rezept von Ursula Karven) • frische Kräuter – Petersilie oder Koriander Zubereitung Grünkohl, Spinat, Zucchini und Apfel waschen. Mango schälen. Wenn möglich, alles in Bioqualität. Alles mit Wasser, Orangensaft, Nussmus und Zimt in einem Blender zu einem feinen Smoothie bei hoher Um­drehung mixen. Tipp: Etwas Gomasio – eine salzige Sesam­mischung – darüber geben.

Magazin

Kultgemüse neu entdeckt: „Grünkohl & Co“ – das Magazin des WESER-KURIER mit Reportagen, modernen Rezepten von Spitzen- köchen aus der Region und den zwölf besten Kohlfahrten in Bremen und umzu, außerdem Tipps und ein Restaurant- Index. Das Magazin gibt es im Handel, in unseren Zeitungshäusern, unter weser- kurier.de/shop und unter Telefon 0421/ 36 71 66 16. 136 farbige Seiten, 5,95 Euro.
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