Kleinkünstler gastieren im Kito

Oldenburger Kabarett-Duo Simon & Jan im Interview

"Hinterhältig und hintergründig" sind Simon Eickhoff und Jan Traphan, wenn es nach der Jury des Deutschen Kleinkunstpreises geht. Im Februar wird das Duo mit dem Förderpreis ausgezeichnet.
10.01.2016, 00:00
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Von Thorsten Hengst
Oldenburger Kabarett-Duo Simon & Jan im Interview

Die Freundschaft von Jan und Simon begann in der Cafeteria der Universität Oldenburg.

Udo Meissner

"Hinterhältig und hintergründig" sind Simon Eickhoff und Jan Traphan, wenn es nach der Jury des Deutschen Kleinkunstpreises geht. Im Februar wird das Duo mit dem Förderpreis ausgezeichnet.

Herr Traphan, Herr Eickhoff, Sie räumen in letzter Zeit ganz schön viele Preise ab: Erst den renommierten Bonner Prix Pantheon, jetzt den Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis. Frohlocken Sie?

Simon Eickhoff: Natürlich fühlt sich das schön an, wenn man für das, was man auf der Bühne macht, ausgezeichnet wird. Zudem bedeutet so ein Preis natürlich auch immer Aufmerksamkeit von Leuten, die dich sonst vielleicht nie entdeckt hätten.

In Bonn wurden Sie mit dem Jurypreis „Frühreif und verdorben“ ausgezeichnet, obwohl Sie schon seit rund zehn Jahren gemeinsam aktiv sind. Wie geht das?

Jan Traphan: Ja, das stimmt, aber wir haben eigentlich erst vor gut vier Jahren alles auf eine Karte gesetzt. Davor haben wir nebenher Instrumentalunterricht gegeben und uns mit verschiedenen Jobs über Wasser gehalten. Außerdem geht man in der Kabarettszene mit Mitte 30 sehr wohl noch als jung und verdorben durch. Wir freuen uns auch, wenn Kritiker unsere Alben und Programme mögen, obwohl sie ja nicht eigens für sie gemacht wurden.

Ihr neues Album heißt „Ach Mensch“. Wie sind Sie auf diesen Titel gekommen?

Traphan: „Ach Mensch“ ist der Titel eines Liedes aus unserem aktuellen Programm. Irgendwann ist uns aufgefallen, dass er auch recht programmatisch ist.

„Ach Mensch“ ist erst das zweite Studioalbum nach dem Debüt von 2009. Warum hat es mit dem Folgewerk so lange gedauert?

Eickhoff: Von 2009 bis heute ist bei uns recht viel passiert. Wir haben ein erstes abendfüllendes Bühnenprogramm geschrieben, „Der letzte Schrei“, waren dann als Support für Götz Widmann unterwegs, haben 2012 ein Live-Album veröffentlicht und spielen merh als 100 Konzerte im Jahr.

Wie und wann sind die Lieder entstanden?

Traphan: Bis auf eine Ausnahme sind die Lieder alle mindestens so alt wie die Tour selbst. Das Lied „Hobby ohne Lobby“ ist erst während der Tournee entstanden. Andere Lieder, etwa „Kabarettwettbewerb“, spielen wir live zwar selten, sind aber dennoch auf dem Album gelandet. Ganz neu darauf sind die Arrangements der Songs, da wir das Programm live nur zu zweit spielen und auf der CD – ganz in der Tradition unseres Debüts – einige Kollaborationen mit verehrten Liedermacherkollegen und Freunden zu hören sind.

Spielt der Song „Kabarettwettbewerb“ auf den Spagat an, den Sie zwischen Satire und klassischer Liedermacherei unternehmen?

Traphan: Das Lied ist reine Frustbewältigung, da wir schon bei vielen Kabarettwettbewerben zu Gast waren. Und obwohl wir oft auch sehr erfolgreich waren, hat so etwas für alle Beteiligten doch viel mit Frustrationstoleranz zu tun. Wir sehen uns daher eher als Liedermacher, die sich auch auf Kabarettbühnen sehr wohl fühlen.

Sie haben beide Lehramt an der Universität Oldenburg studiert. Haben Sie sich auch dort kennengelernt oder wie verlief die Gründung von Simon & Jan?

Eickhoff: Ja, am ersten Studientag im Musikbereich hat uns unser beider Unvermögen zusammengeführt, den richtigen Seminarraum zu finden. Dafür haben wir die Cafeteria gefunden. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann doch noch einmal zu unterrichten?

Eickhoff: Wir sind jetzt schon seit ein paar Jahren ausschließlich als Liedermacher unterwegs. Wenn wir es uns und unseren potenziellen Schülern ersparen können…

Was reizt Sie am Tourneeleben?

Traphan: Die Gummibärchen auf den Kopfkissen im Hotel.

Wie sieht Ihre nähere Zukunft aus?

Traphan: Derzeit sind wir quasi pausenlos mit dem aktuellen Programm unterwegs. Aber wir haben in einer Tourpause einen Kreativ-Urlaub an der Nordsee gemacht, uns dort Ideen vorgespielt und an einem neuen Programm gearbeitet. Das soll in diesem Jahr konkreter werden.

Das Gespräch führte Thorsten Hengst.

Am Freitag, 15. Januar, treten Simon & Jan im Kito auf. Karten dafür gibt es ab 12,90 Euro bei Nordwest Ticket.

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