Oldenburger Kindermusikfestival kommt nach Bremen

Bremen. Zuzana Pesselová vergleicht das Oldenburger Kindermusikfestival mit einem Apfelbaum. Der stehe auf einem gesunden Boden und trage reife Früchte – und von denen sollen nicht mehr nur die Kinder in Oldenburg, sondern in ganz Norddeutschland naschen.
10.10.2013, 00:00
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Oldenburger Kindermusikfestival kommt nach Bremen
Von Kathrin Aldenhoff

Bremen.

Zuzana Pesselová vergleicht das Oldenburger Kindermusikfestival mit einem Apfelbaum. Der stehe auf einem gesunden Boden und trage reife Früchte – und von denen sollen nicht mehr nur die Kinder in Oldenburg, sondern in ganz Norddeutschland naschen. Das Kindermusikfestival, das vor zwölf Jahren von der Band Die Blindfische gegründet wurde, geht in diesem Jahr zum ersten Mal auf Tournee: In zehn Städten Norddeutschlands werden vom 24. Oktober bis 3. November 25 Konzerte gespielt, Bremen ist am 27. Oktober an der Reihe.

„Es geht immer um ein gemeinsames musikalisches Handeln und darum, die Kinder vom ersten Moment an mitzunehmen“, sagt Pesselová, die organisatorische Leiterin des Festivals. Drei Künstlergruppen sind fest im Ensemble dabei: die österreichische Kinderliedmacherin Mai Cocopelli, das britische Duo The Classic Buskers und die Band Die Blindfische. Qualität und Vielfalt stünden im Mittelpunkt des Festivals, sagt Pesselová. Cocopelli vertrete das klassische Kinderlied mit Gesang und Gitarre, die beiden Engländer interpretierten mit Akkordeon und verschiedenen Blasinstrumenten klassische Musik mit Virtuosität und Humor. Und die Blindfische seien bekannt für ihren Wortwitz, ihre Mitmachaktionen und ihre rockigen Songs.

In jeder Stadt steht außerdem eine lokale Musikgruppe auf der Bühne. In Bremen sind das die Take Pfeif, ein Flötenensemble der Bremer Musikschule. Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren werden barocke Tanzsätze, folkloristische Stücke, aber auch Werke aus der experimentellen Musik spielen. „Für die Gruppe ist das der erste richtig große Auftritt“, sagt ihre Lehrerin Elke Gerkan-Rieke. Mit Mikrofonen und Verstärker zu spielen, sei für alle etwas Besonderes, auch wenn einige von ihnen schon bei Jugend musiziert mitgemacht und sogar gewonnen hätten.

Welche Musikrichtung Kinder hörten, sei gar nicht so wichtig, sagt Pesselová. Sie könnten sich sowohl für Klassik als auch für Rockmusik begeistern. „Kinder sind ein sehr offenes, aber auch sehr ehrliches Publikum“, sagt Pesselová. „Wenn Künstler auf der Bühne nicht sie selbst sind, dann spüren Kinder das und sind sofort weg.“ Wenn die Künstler auf der Bühne aber etwas eigenes zeigten und sie eine Verbindung zu ihnen herstellen könnten, dann wären Kinder mit Freude und Begeisterung dabei.

Das Festival richtet sich an Grundschulkinder und deren Familien. Die Kleinen sollen dabei nicht still sitzen. Sie sollen die Musik miterleben, sie müssen nicht nur leise sein und zuhören. „Wir wollen bei den Kindern die Lust wecken, zu musizieren“, sagt Pesselová. Im Foyer des Kulturzentrums Schlachthof wird die Musikwerkstatt der Bremer Philharmoniker Instrumente ausstellen, auf denen die Kinder in der Pause oder nach den Vorstellungen ausprobieren können, welches ihnen gefällt.

„Man kann sich in jedem Alter mit Musik beschäftigen“, sagt der Direktor der Bremer Musikschule, Daniel Keding. Aber je früher es geschehe, desto stärker sei die Bindung.

Sonntag, 27. Oktober, 11 Uhr und 15 Uhr, Kulturzentrum Schlachthof.

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