Drogen, Sumpf und Bauernhof

„Polizeiruf 110„-Kritik: „Tod einer Toten“

Jessica Mannfeld wird ermordet im Wald gefunden - doch eigentlich ist sie offiziell seit vier Jahren tot. Das bleibt nicht das einzige Rätsel für die Kommissare Lemp und Brasch aus Magdeburg.
20.09.2020, 05:00
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„Polizeiruf 110„-Kritik: „Tod einer Toten“
Von Iris Hetscher

Kommissar Uwe Lemp (Felix Vörtler) ist starr vor Schreck: Auf dem Heimweg von einem feuchtfröhlichen Kneipenabend läuft ihm ein Mann vors Auto. Kurz darauf ist dieser allerdings verschwunden – und am nächsten Morgen wird in der Nähe des Unfallsorts eine Frauenleiche entdeckt. So startet der Polizeiruf aus Magdeburg (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD), der Lemp und seine Kollegin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) in der Drogenszene ermitteln lässt.

Zunächst stehen sie allerdings vor einem Rätsel, denn die gefundene Leiche – Jessica Mannfeld – ist offiziell bereits seit vier Jahren tot. Gemeinsam mit ihrem Freund Alex Zapf (Ben Münchow) ist sie bei einem Autounfall bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Oder doch nicht? Lemp und Brasch jedenfalls werden mit der kleinen Marie, der Tochter des Paars, konfrontiert und mit deren Opa (Christian Kuchenbuch), einem eigenbrötlerischen Bauern. Und damit, dass Jessica und Alex nicht nur Junkies waren, sondern im großen Stil Drogen geschmuggelt haben. Damit sind sie einigen Menschen auf die Füße getreten.

Der Polizeiruf erzählt ab da eine nicht weiter überraschende Geschichte mit einem Ende, das geübte Krimi-Gucker früh ahnen – dafür zeichnen merkwürdigerweise gleich drei Drehbuchautoren verantwortlich. Was „Tod einer Toten“ trotzdem sehenswert macht, ist die düstere, geradezu öde Atmosphäre, die Regisseur Matthias Weber und Kameramann Tobias von dem Borne ihrem Film mitgeben. Hell scheint es in Magdeburg und Umgebung nie so richtig zu werden. Zu entdecken gibt es außer dem wunderbar bärbeißig agierenden Christian Kuchenbuch zudem Luisa-Céline Gaffron in der Rolle einer vorwitzigen und passionierten jungen Drogenfahnderin. Vörtler und Michelsen sind sowieso jedes Mal ein Duo, dass durch den sparsamen Einsatz schauspielerischer Mittel starke Auftritte hinlegt.

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