Medien Raabs Grand-Prix-Casting ohne Firlefanz

Hamburg. Mit einer gelungenen Auftaktshow ohne derbe Sprüche und Firlefanz hat Stefan Raab am Dienstagabend seine Grand- Prix-Castingreihe gestartet.
03.02.2010, 15:44
Lesedauer: 2 Min
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Hamburg. Mit einer gelungenen Auftaktshow ohne derbe Sprüche und Firlefanz hat Stefan Raab am Dienstagabend seine Grand- Prix-Castingreihe gestartet.

In der zweieinhalbstündigen ProSieben- Show «Unser Star für Oslo» konzentrierten sich die Juroren Raab, Yvonne Catterfeld und Marius Müller-Westernhagen vor allem auf das musikalische Talent und den Auftritt der zehn Kandidaten - persönliche Bemerkungen oder gar verbale Tiefschläge blieben aus, ganz im Gegensatz zu anderen Castingshows wie «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS). In insgesamt acht Shows suchen die ARD und ProSieben den deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest am 29. Mai in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Die Einschaltquote war ordentlich, aber nicht überragend: 2,62 Millionen Zuschauer sahen die Sendung, der Marktanteil lag bei 8,5 Prozent; in der für den Münchner Privatsender wichtigen werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen schauten 2,04 Millionen zu (16,5 Prozent). Der letzte Vorentscheid in der ARD hatte im Jahr 2008 noch 3,47 Millionen Zuschauer (11,0 Prozent) - als einzelne Finalshow allerdings.

Die neuen Partner Raab und ARD erhoffen sich diesmal durch die eineinhalb Monate dauernde Castingshowreihe eine stärkere emotionale Bindung der Zuschauer an den deutschen Eurovisions-Beitrag und eine breite Unterstützung der Fans. «Das ist eine nationale Aufgabe», hatte Raab vorab zur Grand-Prix-Qualifikation gesagt.

4500 Menschen hatten sich für die 20 Plätze in den beiden Vorrundenshows beworben. In der ersten Sendung stellten sich zehn Kandidaten mit Coversongs vor, die sie selbst ausgewählt hatten - dabei gab es vor allem Pop und Balladen zu hören, alles in guter Qualität, ohne Ausreißer nach unten. Nach einer etwas länglich geratenen Abstimmungsphase, die nicht durch einen Showact aufgelockert wurde, wählten die Zuschauer per Telefon und SMS vier junge Frauen und einen Mann in die nächste Runde.

Das Casting lief sehr gesittet und professionell ab. Die Jury bot mit ihrer musikalischen Analyse der Kandidaten und aufmunternd- positivem Feedback einen Gegenpol zu DSDS-Juror Dieter Bohlen, der in der RTL-Sendung immer wieder durch markige Sprüche auffällt und sich damit Kritik von Jugendschützern und Medienexperten einhandelt. Allerdings wurde die Seriosität des Ganzen manchmal etwas überbetont, beispielsweise wenn Westernhagen sagt: «Erstmal hoffe ich, dass ich euch alle respektvoll behandelt habe und dass ich niemanden beleidigt habe. Das ist mir sehr wichtig. Ich glaube, dass ihr alle Musik macht um der Musik willen und nicht um berühmt zu werden und ins Fernsehen zu kommen. Das hoffe ich jedenfalls.»

Die zweite Vorrundenshow ist am kommenden Dienstag (9.2.). Zehn weitere Kandidaten stellen sich dem Publikum und der Jury, die dann aus Raab, Peter Maffay und Sarah Connor besteht. Die jeweils fünf Sieger beider Vorrundenshows treten eine Woche später gegeneinander an. In dieser und vier weiteren Shows wird die Kandidatenschar weiter verkleinert, bis zwei übrig bleiben, die im Finale am 12. März (ARD) um das Ticket nach Oslo kämpfen - auch der Wettbewerbssong wird dann gewählt. Durch die acht Sendungen führen ProSieben-Moderator Matthias Opdenhövel und 1Live-Radiomoderation Sabine Heinrich. (dpa)

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