Isabel Bogdan legt mit „Der Pfau“ ihr Romandebüt vor Sehr britisch

Der Name Isabel Bogdan mag dem einen Leser oder der anderen Leserin bekannt sein, gewissermaßen als Unterzeile. Isabel Bogdan ist seit einigen Jahren als Übersetzerin aus dem Englischen tätig, beispielsweise hat sie Jane Gardams Beststeller „Ein untadliger Mann“ ins Deutsche übertragen, aber auch „Miss Blackpool“ von Nick Hornby und „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer.
21.02.2016, 00:00
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Sehr britisch
Von Silke Hellwig

Der Name Isabel Bogdan mag dem einen Leser oder der anderen Leserin bekannt sein, gewissermaßen als Unterzeile. Isabel Bogdan ist seit einigen Jahren als Übersetzerin aus dem Englischen tätig, beispielsweise hat sie Jane Gardams Beststeller „Ein untadliger Mann“ ins Deutsche übertragen, aber auch „Miss Blackpool“ von Nick Hornby und „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Isabel Bogdan schreibt auch selbst, in Anthologien sind Texte von ihr erschienen. 2012 erschien ihr Selbsterfahrungsbericht „Sachen machen“. Nun ist ihr erster Roman erschienen: „Der Pfau“. Mit dem Hinweis, der Inhalt sei „very british“ verspricht der Verlag nicht zu viel. Ihm fehlt jegliche deutsche Schwere, ihm fehlt jeder Anklang deutschen Brachialhumors. Er ist von leisem Humor getragen, in dem stets freundliche Ironie und große Sympathie für die Unzulänglichkeiten der eigenen Spezies mitschwingen. Der Roman dreht sich um eine Gruppe Investmentbanker, die zum „Teambuilding“ samt Köchin und Psychologin nach Schottland reisen. Die Städter tun sich mit der rustikalen Unterkunft in den rauen Highlands schwer. Außerdem treiben ein unzurechnungsfähiger Pfau und anderes Getier auf dem Sitz von Lord und Lady McIntosh ihr Unwesen.

Ohne der Autorin zu nahe zu treten, darf man wohl sagen, dass sie mit „Der Pfau“ eine kleine, ulkige Geschichte erzählt – mit Sinn für skurrile Momente und menschliche Schwächen. Ihr Buch überzeugt mit präziser Beobachtungsgabe, mit Menschenkenntnis und nicht zuletzt mit einem großen Herz für Käuze aller Art. Die durchaus komplizierte Konstruktion überzeugt zum Schluss nicht mehr wie zu Beginn, es schleichen sich Redundanzen ein. Das beendet das Vergnügen der Lektüre nicht, also kann man hoffen, dass „Der Pfau“ nicht Bogdans letzter Roman gewesen ist.

Isabel Bogdan: Der Pfau. Kiepenheuer & Witsch, Köln. 256 Seiten, 18,99

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