„Skandal-Senator“ ist erlaubt

Schon seit Jahren macht Hamburg blau. Und einer ist dafür verantwortlich: der Lichtkünstler Michael Batz.
20.05.2017, 00:00
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Von Mona Adams

Schon seit Jahren macht Hamburg blau. Und einer ist dafür verantwortlich: der Lichtkünstler Michael Batz. Angefangen hatte alles 2006 mit dem „Blue Goal“: 179 blaue Tore und 5000 Leuchtstoffröhren hatte er anlässlich der Fußball-WM in Hamburg aufstellen lassen. Seitdem kann er es nicht mehr lassen. Alles muss blau werden, der nächtliche Hafen samt Schiffen und Speicherstadt, Hamburgs schönste Sehenswürdigkeiten, das Chilehaus und so viele Brücken, wie möglich. Doch das reicht dem Blaufärber noch nicht. Auch die noch offene Röhre des Alten Elbtunnels muss blau werden. In dieser Woche wurde geprobt. Lichttechniker ersetzten die Birnen aller hundert Lampen mit blauen Lichtquellen. Und siehe da: nicht nur schön, sondern hell genug. Passt. Also alles wieder ausbauen, bis zum 1. September, dann werden sie erneut gewechselt, wenn – Achtung Wortspiel – die Lichttechniker nicht blau machen.

Der Ältestenrat der Bürgerschaft ist ein Gremium aus Vertretern aller Fraktionen und die sind, nicht wie der Name vermuten lässt, die Abgeordneten mit dem höchsten Lebensalter, sondern lediglich erfahrene Abgeordnete. In der Regel sind dies die Fraktionsvorsitzenden, Parlamentarischen Geschäftsführer oder Abgeordnete mit herausgehobenen Funktionen. Die meiste Zeit beschäftigen sie sich mit Fragen der Geschäftsordnung, regeln den Alltag und den Ablauf der Parlamentsarbeit und bereiten Bürgerschaftssitzungen vor. Doch manchmal geht es auch um viel Wichtigeres, nämlich um die Frage, ob der grüne Justiz-Senator Till Steffen als Skandal-Senator bezeichnet werden dürfe, so wie es die Opposition mehrfach und gerne tat und tut. Und ja, laut Ältestenrat gehört die Formulierung zum parlamentarischen Sprachgebrauch, ist also offiziell erlaubt. Das fällt dann wohl in die Kategorie organisatorische Streitfragen zwischen den Fraktionen einvernehmlich regeln.

In Hamburg gibt es eine Kult-Kassiererin. Ein Edeka in Eimsbüttel ist ihr Revier, hier arbeitet, plaudert, verteilt sie ihre Autogrammkarten. Ja, so etwas hat Dagmar Prüter auch. Erst in jüngster Vergangenheit feierte die Halbrentnerin ihren 75. Geburtstag an der Kasse, umgeben von Luftschlangen, Luftballons und Fähnchen, inklusive des Mitarbeiter-Ständchens über den Supermarkt-Lautsprecher. Doch der Ruhm ist der beherzten Grauhaarigen unangenehm, sie will lieber Gutes tun, Menschen glücklich machen, Liebe verbreiten, nicht mehr nur frei dem Edeka-Claim Lebensmittel lieben, sondern auch Menschen zu Liebe verhelfen. In ihrem Supermarkt der Herzen hat sie nun zu einem Singletreff geladen. Alle elf Einkäufe soll sich ein Single an ihrer Kasse 8 verlieben. Fünf Singles fanden sich zum ersten Treff am Donnerstag im Supermarkt ein. Das Problem: Allesamt Frauen. Keine Liebe. Doch die Kupplerin gibt nicht auf, schon heute Nachmittag um 15 Uhr gibt es im Edeka an der Osterstraße den nächsten Anlauf von der Kult-Kassiererin. Liebe nicht ausgeschlossen.

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