"Bremer Bansky" hatte Figur Montag platziert

Hamburg berät über Verbleib von Bronze-Skulptur

Nach Bremen hat seit Montag auch Hamburg eine von einem anonymen Künstler unangemeldet aufgestellte Bronze-Skulptur. An der Alster wird nun beraten, ob die Figur am Rödingsmarkt bleiben kann.
07.09.2020, 18:18
Lesedauer: 2 Min
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Hamburg berät über Verbleib von Bronze-Skulptur
Von Alexandra Knief
Hamburg berät über Verbleib von Bronze-Skulptur

Am Rödingsmarkt in Hamburg ist eine Bronze-Skulptur aufgetaucht. Sie soll von demselben Künstler stammen, der bereits in den Bremer Wallanlagen eine ähnliche Figur aufgestellt hat.

Daniel Reinhardt/ dpa

Einen Tag nachdem am Hamburger Rödingsmarkt eine Bronze-Skulptur des anonymen Künstlers aufgetaucht ist, der im Mai bereits in Bremen mit einer illegal platzierten Figur in den Wallanlagen für Aufsehen sorgte, berät man in Hamburg bereits darüber, wie mit der unerwarteten Kunst im öffentlichen Raum umgegangen werden soll.

„Graffiti-Kunst ist ja bereits ein fester Bestandteil der aktuellen Alltagskultur", sagt Enno Isermann, Pressesprecher der Behörde für Kultur und Medien. "Guerilla-Bronzeplastiken gehörten bisher allerdings nicht dazu." Ohne Frage errege das am Rödingsmarkt aufgestellte Werk Aufsehen. Laut Isermann müsse nun erst einmal durch Polizei und den Bezirk bewertet werden, ob der Ort für das Werk gut gewählt ist. Es stehe immerhin in unmittelbarer Nähe zu einem festinstallierten Blitzer und mitten an einer viel befahrenen Straße. Eins will Isermann schon jetzt klarstellen: "Besuch aus Bremen ist in Hamburg aber immer willkommen.“

Die Bronze-Skulptur zeigt einen Mann im Kapuzen-Pullover, der eine Spraydose in der Hand hält. Wer einen großen auf dem Kunstwerk platzierten Barcode mit dem Handy scannt, soll Auskunft über den Titel der Arbeit („Content?“) sowie das Pseudonym des Künstlers (Mohamed Smith) bekommen.

In Bremen soll die Skulptur einem Bericht von "buten un binnen" zufolge zunächst ein Jahr stehen gelassen werden. Erst einmal ist sie allerdings weiterhin mit einem Bauzaun umgeben, da bisherige Gutachten ergeben habe, dass der Bronze-Mann nicht ganz so stabil und standhaft sei, wie er auf den ersten Blick aussieht. Der Auftrag zur Sicherung der Skulptur sei laut Kulturbehörde aber bereits erteilt worden.

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Aufgetaucht ist die Bremer Skulptur im Mai. Sie zeigt einen gebückt gehenden Mann mit Mütze, der einen leeren Einkaufswagen schiebt. Die Aktion zog bundesweit das mediale Interesse auf sich, auch der „Stern“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichteten über den Bremer Bronze-Mann, rätselten über die Identität des Künstlers und den Inhalt des Kunstwerks. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte outete sich schon damals als Fan der Arbeit. Sie sei zwar ein „bisschen illegal und anarchisch“, wie er auf Facebook schrieb, er sprach sich aber dennoch – oder gerade deshalb – mit den Worten „Legalize it!“ für einen dauerhaften Erhalt der rätselhaften Bildhauerarbeit aus.

Auf die Frage, ob nun in Zukunft regelmäßig Skulpturen von ihm irgendwo auftauchen würden, antwortete der anonyme Künstler zurückhaltend: „Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“

++ Dieser Artikel wurde am 8. September um 18.44 Uhr aktualisiert ++

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