Kuriose Verdächtige, kuriose Methoden

„Rebland“: Das erwartet Sie beim "Tatort" heute

Weil sie einen Vergewaltigungsfall aufklären wollen, halten sich die Schwarzwald-Kommissare Tobler (Eva Löbau) und Berg (Hans-Jochen Wagner) in ihrem neuesten Fall „Rebland“ nicht an Vorschriften.
27.09.2020, 05:00
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„Rebland“: Das erwartet Sie beim
Von Alexandra Knief
„Rebland“: Das erwartet Sie beim "Tatort" heute

Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) und Franziska Tobler (Eva Löbau) in einer Szene von "Tatort: Rebland".

Benoit Linder /SWR /dpa

Ein Weinfest, eine Gruppe Frauen. Als eine von ihnen, Beate Schmidbauer (Victoria Trautmansdorff), sagt, dass sie zu Fuß nach Hause gehe, während alle anderen in ein Taxi steigen, ahnt der routinierte Krimi-Gucker, dass das nicht gut ausgeht. Schmidbauer wird auf ihrem Weg niedergeschlagen und vergewaltigt. Gesehen hat sie den Täter nicht, allerdings geht sie gleich am kommenden Morgen zur Polizei, wo DNA-Spuren sichergestellt werden können. Bei einem groß angelegten DNA-Test mit Männern aus der Region kann der Täter nicht ermittelt werden. Bei einer internationalen Suche dann aber ein Treffer.

Ein Fall aus Frankreich. Gleiche DNA, Täter allerdings unbekannt. Ohne Erlaubnis nutzen die Schwarzwald-Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) in ihrem fünften Fall, „Rebland“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD), die Ergebnisse einer erweiterten Analyse der Kollegen, die Erkenntnisse über Augenfarbe, Alter und Hautfarbe zulassen – ein Verfahren, das bis vor kurzem in Deutschland noch nicht erlaubt war.

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Auf eigene Faust nehmen sie nun all diejenigen unter die Lupe, die sich dem freiwilligen DNA-Test verweigert haben und ins Täterprofil passen. Schnell sind drei Verdächtige gefunden: Mario Lewandowsky (Marek Harloff), ein sonderbarer Polizist; der Friseur Victor Baumann (Roman Knizka) und der überforderte alleinerziehende Vater Klaus Kleinert (Fabian Busch). Für alle drei haben die Verdächtigungen der Polizei weitreichende private Folgen.

Regisseurin Barbara Kulcsar und Drehbuchautorin Nicole Armbruster spielen in „Rebland“ mit grundsätzlichen Fragen zu den Themen Datenschutz und Genetik. Was hat mehr Gewicht? Ethische Grundsätze oder die Aufklärung eines Verbrechens? Das Ergebnis ist ein spannender „Tatort“, dessen einziger Kritikpunkt die doch eher unglaubwürdigen Methoden des sonst so authentischen Ermittler-Duos sind.

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