TATORT

Hart, düster, spannend: Das „Tatort“-Team um den Dortmunder Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) durchleuchtet beim fünften Fall das Neonazi-Milieu. Wer die ersten Folgen des Dortmunder Tatorts kennt, wird auch diesmal nicht überrascht sein.
11.01.2015, 00:00
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TATORT
Von Uwe Dammann

Hart, düster, spannend: Das „Tatort“-Team um den Dortmunder Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) durchleuchtet beim fünften Fall das Neonazi-Milieu. Wer die ersten Folgen des Dortmunder Tatorts kennt, wird auch diesmal nicht überrascht sein. Das Team um Kommissar Faber hat bei den Ermittlungen nicht nur mit der Aufklärung eines Mordfalles zu tun, sondern kämpft vor allem mit eigenen Problemen. Der Chef des Teams hat mit seinen Psychosen dabei noch die kleinsten Macken.

Doch der Reihe nach: Die Deutschtürkin Nora Dalay, als Fabers Assistentin, gerät bei ihren Ermittlungen in einem Mordfall, bei dem ein führender Dortmunder Neonazi umgebracht wird, ins Visier seiner skrupellosen Gesinnungsgenossen. Aylin Tezel, als Nora Dalay, zeigt in dieser Rolle erneut, dass sie eine herausragende Schauspielerin ist. Auch ihr Kollege und Ex-Freund Kossik (Stefan Konarske) wird von seinen früheren Verbindungen in die rechte Szene eingeholt. Sein Bruder Tobias (Robert Stadlober) hat den Absprung aus dem braunen Sumpf nie geschafft. Derweil sucht Chef-Ermittler Peter Faber nach einem Verräter in den eigenen Reihen. Zwei Spuren führen in vollkommen verschiedene Richtungen. Die hochschwangere Witwe des Getöteten (Emily Cox) beschuldigt die Sozialarbeiterin Jedida Steinmann (Valerie Koch). Die jüdische Frau hätte ein Motiv: Vor einigen Monaten ist ihr Mann bei einem Überfall von Neonazis zu Tode getreten worden. Doch die Kommissare stoßen auch auf eine ganz andere Möglichkeit: Denn der Rädelsführer Fischer hatte Gegner bei den eigenen Männern, er hatte einen neuen Kurs geplant. Ins „rechte Bild“ gerückt werden auch die neuen Nazis. Die sind in diesem Tatort keine bulligen Glatzköpfe mehr, sondern adrett aussehende Studenten mit Seitenscheitel. Pegida lässt grüßen: Die Frage, wann das brave Bürgertum aufhört und der Rechtsextremismus beginnt, ist gerade traurig aktuell. Zwar wirken manche Dialoge aus der rechten Szene gestelzt und gekünstelt, aber insgesamt überzeugt diese WDR-Produktion (Regie: Nicole Weegmann, Buch: Jürgen Werner) durch seine überraschenden Wendungen. „Hydra“, an diesem Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen, zählt ohne Frage zu den spannendsten Fällen, die zuletzt in der „Tatort“-Reihe liefen. Uwe Dammann

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