Jeder Schuss ein Treffer

„Tatort"-Kritik: „Der gute Weg“

Im Berliner Tatort stirbt Kommissarin Sandra Ehlers und ihr Partner Harald Stracke wird angeschossen, nachdem bei einem Einsatz wegen Ruhestörung ein Drogentest gefunden wird. Doch wie konnte es soweit kommen?
04.05.2019, 21:12
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Von Alexandra Knief
„Tatort"-Kritik: „Der gute Weg“

Der neunte Fall des Berliner Ermittlerteams ist durchaus fesselnd.

Stefan Erhard /rbb /dpa

Tolja Rubin (Jonas Hämmerle) sitzt zitternd und mit leerem Blick in einem Rettungswagen. Der Sohn von Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker) macht gerade ein Praktikum bei einer Polizeistreife. Bei einem Einsatz wegen Ruhestörung stoßen der Azubi und die beiden Kommissare Sandra Ehlers und Harald Stracke (Peter Trabner) auf ein Drogentest. Ehlers stirbt, Stracke wird angeschossen, und Rubin kommt nur dank kugelsicherer Weste unbeschadet davon.

Aber wie konnte es soweit kommen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Berliner „Tatort“ mit dem Titel „Der gute Weg“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD). Während Tolja Rubin sicher ist, dass es Yakut Yavas (Rauand Taleb) war, der auf ihn und seine Kollegen geschossen hat – ein Dealer, den er noch aus Schulzeiten kennt – beteuert der erfahrene Polizeihauptmeister Stracke, dass Yavas nicht einmal am Tatort war.

Der Zuschauer kriegt ein Einsatzszenario vorgesetzt, von dem längere Zeit nicht klar ist, ob es wirklich so stattgefunden hat oder ob Autor Christoph Darnstädt und Regisseur Christian von Castelberg nur wollen, dass er dies glaubt. Erst nach und nach kommt heraus, dass hinter diesem schiefgelaufenen Einsatz eine viel weitreichendere Geschichte steckt. Und am Ende fällt wieder ein Schuss, und jemand sitzt zitternd im Rettungswagen.

Der neunte Fall des Berliner Ermittlerteams ist durchaus fesselnd. Das zentrale Thema ist die alltägliche Angst und Gefahr, die Streifenpolizisten im Einsatz begleitet. Abgesehen davon bleibt aber das übliche Manko: Rubin und ihr Kollege Robert Karow (Mark Waschke), setzen ihre „ich-bin-viel-zu-cool-für-diese-Welt-Gesichter“ auf und arbeiten mehr neben- als miteinander. Das hat mit der sympathisch-spleenigen Kaltschnäuzigkeit, die einige Kollegen aus anderen Städten an den Tag legen, nichts mehr zu tun, es nervt einfach nur.

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