Zyklopen-Killer und Hackbraten

„Tatort“-Kritik: „Falscher Hase“

Im neuesten „Tatort“ aus Frankfurt bekommen es die Kommissare Paul Brix und Anna Janneke mit einem bewaffneten Raubüberfall zu tun, der in Wirklichkeit gar keiner ist.
30.08.2019, 18:55
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„Tatort“-Kritik: „Falscher Hase“
Von Alexandra Knief
„Tatort“-Kritik: „Falscher Hase“

Lukas "Sahni" Sander (Ronald Kukulies, links), Uwe Ohlberger (Godehard Giese, mitte) und Rick (Friedrich Mücke) in einer Szene des "Tatort" mit dem Titel "Falscher Hase", der am Sonntag (01.09.2019) um 20:25 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird.

Bettina Müller/dpa

Ein Mann sitzt gefesselt auf einem Stuhl. Vor ihm steht eine Frau mit Pistole. „Hajo, du musst mal stillhalten“, sagt sie mit liebevollem Unterton, während sie auf das Bein des Mannes zielt. „Bist du denn sicher, dass das die richtige Stelle ist?“, fragt dieser, mittlerweile halb unter Tränen. Peng, da hat er schon eine Kugel im Bein. Und Nachtwächter Jürgen, der zufällig in diesem Moment in den Raum kommt, eine im Kopf. Im neuen „Tatort“ aus Frankfurt mit dem Titel „Falscher Hase“ (Sonntag, 20.25 Uhr, ARD) ist der Zuschauer den Ermittlern von Anfang an einige Schritte voraus. Er war am Tatort dabei, er weiß alles, was die Kommissare Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) noch herausfinden müssen.

Lohmann Solar, die Firma von Biggi (Katharina Marie Schubert) und Hajo (Peter Trabner) Lohmann, steht vor dem finanziellen Aus. Also plant das Ehepaar einen Raubüberfall vorzutäuschen. Biggi schießt ihrem Mann ins Bein und lässt wertvolle Erde verschwinden, um das Geld von der Versicherung abzustauben. Der Polizei erzählt sie, sie habe ihren Mann und den toten Nachtwächter so gefunden, Hajo kann sich angeblich an nichts mehr erinnern, außer an drei Männer mit russischem Akzent.

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Der Plan scheint aufzugehen, nicht zuletzt, weil Biggi aussieht wie die Unschuld vom Lande, eine um ihren Ehemann besorgte Frau, die Hackbratenrezepte verteilt und in ihrem kleinen, roten Citroen mit Kassettenradio herumfährt. Wer ahnt schon, dass sie diejenige ist, der die Boulevardpresse aufgrund ihrer Treffsicherheit den Namen Zyklopenkiller gibt. Doch das Ehepaar hat die Rechnung ohne ihren Lagermeister Uwe Ohlberger (Godehard Giese) gemacht, der auch gerne ein Stück vom Kuchen hätte und sich von zwielichtigen Freunden zu bösartigen Plänen überreden lässt.

Ohne Zweifel trägt dieser „Tatort“ hier und da viel zu dick auf (Regie: Emily Atef; Buch: Emily Atef und Lars Hubrich), nimmt mit seinen schrulligen Charakteren immer wieder parodistische Züge an. Aber genau damit macht „Falscher Hase“ alles richtig! Ein Sonntagskrimi, der Spaß macht.

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