Männliche Machtspiele „Tatort"-Kritik: „Glück allein“

Im neuen Wiener "Tatort" ermitteln Moritz Eisner und Bibi Fellner nach einem tödlichen Zwischenfall im Haus eines Politikers. Der Innenminister möchte aber lieber eine jüngere Beamtin auf den Fall ansetzen.
01.06.2019, 17:33
Lesedauer: 1 Min
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„Tatort
Von Jonas Mielke

Ein tödlicher Zwischenfall im Haus des Politikers Raoul Ladurner (Cornelius Obonya) ruft nicht nur das Wiener Ermittler-Duo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) auf den Plan – sondern auch den österreichischen Innenminister. Der will den Fall lieber der jüngeren Beamtin Julia Soraperra (Gerti Drassl) überlassen. Ihre Nähe zu Ladurner weckt jedoch erst recht die Neugier des „Tatort“-Urgesteins Eisner.

Eine Tat mit scheinbar einfacher Erklärung, missachtete Dienstanweisungen und politische Verstrickungen bis ganz nach oben: Der neue Fall aus Wien, „Glück allein“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD), beginnt eher konventionell, angereichert mit etwas zu viel Alpenrepublik-Kitsch. Schnitzel, uriges Gasthaus, Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“. Servus Österreich. Interessanter wird es, sobald Regisseurin Catalina Molina („Tatort“-Debüt) und Drehbuchautor Uli Brée die Egos der Männer aufeinander krachen lassen. Von seinem Chef muss sich Eisner vorwerfen lassen, er benehme sich wie ein 15-Jähriger.

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Eisner wiederum hält den Nationalrat Ladurner für einen Narziss. Die passiv-aggressiven Machtspiele werden irgendwann selbst der Kollegin des grantig-melancholischen Ermittlers zu viel. „Du bist mir in letzter Zeit ein bisschen zu emotional“, weist Bibi Fellner ihren Partner im Auto zurecht. Nach einem abgegriffenen Auftakt entwickelt sich der Tatort zu einem düsteren und spannenden Krimi voller menschlicher, insbesondere aber männlicher Abgründe.

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