Folge: „Bombengeschäft“

„Tatort"-Kritik: Kein Knaller aus Köln

Der „Tatort“ aus Köln mit dem Titel „Bombengeschäft“ bietet zwar viele Verdächtige und gibt dem Zuschauer die Gelegenheit, zusammen mit den Kommissaren zu ermitteln, richtige Spannung baut sich aber nicht auf.
30.03.2019, 19:15
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„Tatort
Von Alexandra Knief
„Tatort"-Kritik: Kein Knaller aus Köln

Im Kölner-„Tatort" kommt es zu diversen Bombenentschärfungen. Auf den großen Knall wartet man allerdings vergeblich.

Guido Kirchner /dpa

Ein kleines Stückchen Kieferknochen – das ist alles, was von Sprengmeister Peter Krämer übrig ist, nachdem eine eigentlich schon entschärfte Bombe in seinem Transporter detoniert. Im Laufe der Ermittlungen wird für die Kölner Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) schnell klar: Ein Unfall war das nicht, ein Selbstmord ist eher unwahrscheinlich und der Kreis der Verdächtigen ist nicht gerade klein.

Im neuen „Tatort“ mit dem Titel „Bombengeschäft“ (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD) geht der Zuschauer gemeinsam mit den beiden Ermittlern auf Spurensuche, ist die meiste Zeit auf dem selben Stand wie sie. Es gibt eine unzufriedene Ehefrau, eine Geliebte, einen eifersüchtigen Kollegen, einen verzweifelten Immobilienmakler, der Krämer ein Grundstück verkaufen wollte, und zwei Männer, die nicht besonders gut auf den Toten zu sprechen sind. Das Potenzial an Irrungen und Wirrungen, das dieses Netz an Verdächtigen bereithält, wird leider nur oberflächlich angekratzt.

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Es ist bereits der 75. Fall des Kölner Ermittlerduos, das in der Regel für solide Krimis steht. Auch „Bombengeschäft“ kann hier eingeordnet werden, allerdings mit Abstrichen: Wirkliche Spannung baut sich in diesem bodenständig-glaubwürdigen Fall – trotz diverser Bombenentschärfungen – nicht auf. Einen Verdacht hat man schnell, und auch, wenn im Laufe des Falles noch die eine oder andere Überraschung ausgegraben wird, wartet man vergeblich auf den großen Knall.

Ein bisschen interessanter wird das Ganze nur durch die Idee von Regisseur und Autor (nach einer Idee von Frank Koopmann und Roland Heep) Thomas Stiller, bei der Kameraführung auf Stilmittel der Graphic-Novel zu setzen und für einen Vorabendkrimi ungewohnte Perspektiven einzunehmen. Fehlt eigentlich nur noch ein gezeichnetes „Kaboom“ in der rechten Bildhälfte.

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