Hauptsache gesund „Tatort“-Kritik: „Krank“

Mit mehreren Toten, alternativen Heilmethoden und nachtragenden alten Bekannten bekommen die Wiener Ermittler Eisner und Fellner es im neuesten „Tatort“ mit dem Titel „Krank“ zu tun.
25.10.2020, 05:00
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„Tatort“-Kritik: „Krank“
Von Alexandra Knief

Soll dies etwa das Ende von Oberleutnant Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) sein? Er liegt gefesselt in einer alten Farbrikhalle, vor ihm ein Mann, der gerade bereits einen Mord begangen hat und nun seine Waffe auf den Polizisten richtet. „Also dann, Eisner. Dienstschluss“, sagt er noch. Dann drückt er ab, und „Krank“, der neue „Tatort“ aus Wien (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD), springt zurück zu seinem Anfang. Erst 90 Minuten später soll der Zuschauer erfahren, ob Eisner überlebt.

Zuvor verfolgen Eisner und Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) noch diverse Irrungen und Wirrungen rund um das Unternehmen Medicina Lenia, dass sich auf alternative Heilmethoden spezialisiert hat. Peter Simon, Mitgründer des Unternehmens, wird auf offener Straße totgefahren, kurz nachdem er in einem Prozess freigesprochen wurde. Simon war angeklagt, den Tod seiner eigenen Tochter verschuldet zu haben – weil er sie mit selbst gemixten Tinkturen pflegte anstatt sie in ein Krankenhaus zu bringen.

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Simon soll nicht der einzige Tote bleiben: Erst wird die in dem Fall zuständige Richterin angegriffen, dann kommt noch ein bekannter Globuli-Guru ums Leben. Eine Verdächtige ist schnell gefunden: Die Mutter des verstorbenen Kindes scheint auf Rachefeldzug zu sein. Warum die unbedingt eine kolumbianische Rebellin sein muss, die auch lange nach dem Tod ihrer Tochter als Einzelkämpferin in einem Container haust, weiß nur Regisseur und Autor Rupert Henning.

Und auch sonst hatte es das Wiener Ermittlerteam schon mit runderen Fällen zu tun. Aufgrund des spannenden Einstiegs und dem wie immer grandiosen Gespann Krassnitzer-Neuhauser schafft es „Krank“ aber noch auf das Niveau solider Abendunterhaltung.

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