Ein solider TV-Krimi

„Tatort“-Kritik: „Leonessa“

Die neue Episode des „Tatort“ aus Ludwigshafen ist solide: Der SWR lässt Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in der Tristesse eines sozialen Brennpunkts ermitteln. Der Wirt der einzigen Kneipe wurde erschossen.
08.03.2020, 06:00
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„Tatort“-Kritik: „Leonessa“
Von Silke Hellwig
„Tatort“-Kritik: „Leonessa“

Der „Tatort“ aus Ludwigshafen ist solide TV-Krimi-Ware mit klassischem sozialkritischem Stoff, glaubwürdiger Inszenierung und hinreichend spannender Umsetzung.

Jacqueline Krause-Burberg /dpa

Die Teenager Leo und Vanessa wachsen in der optischen und seelischen Düsternis einer dieser Hochhaussiedlungen auf, die man als soziale Brennpunkte zu bezeichnen pflegt. Die Eltern von Vanessa sind gleichgültig, Leons Mutter trinkt. Die beiden Kinder sind sich selbst Familie genug – das gibt der „Tatort“-Episode ihren Namen: „Leonessa“ (Sonntag, ARD, 20.15 Uhr). Sie treten auch geschäftlich gemeinsam auf. Denn sie prostituieren sich.

Wer wusste davon? Wer waren die Freier? Warum ist der Wirt der Kneipe eines Tages tot, dem einzigen Zufluchtsort und kommunikativem Mittelpunkt zwischen den vernachlässigten Blocks? Welche Rolle spielt Samir, der offenbar in Vanessa verliebt und dessen Bruder bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist? Diesen Fragen gehen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), Johanna Stern (Lisa Bitter) samt Team nach. Regisseur führte Connie Walther, das Drehbuch schrieb Wolfgang Stauch.

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Die Folge aus Ludwigshafen ist solide TV-Krimi-Ware: Der SWR hat sich für einen klassischen sozialkritischen Stoff entschieden, ihn glaubwürdig inszeniert und hinreichend spannend umgesetzt. Bemerkenswert sind die Fähigkeiten der jungen Schauspieler, Lena Urzendowsky als Vanessa und Michelangelo Fortuzzi als Leon und Mohamed Issa (Samir).

Ulrike Folkerts bleibt der Figur Odenthal treu, mit ruppigem Auftreten und sensiblem Innenleben. Der Fall geht der Kommissarin besonders unter die Haut. Das Ende der Episode hätte etwas weniger melodramatisch ausfällen können, ohne dass es dem Fernsehfilm geschadet hätte. Manchmal ist schon etwas weniger so viel mehr.

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