Auszeichnungen "The King's Speech" triumphiert bei den Baftas

London. Im Jahr von Williams Hochzeit scheinen viele Briten ihre Liebe zum Königshaus wieder zu entdecken - sichtbar anhand des Erfolgs von "The King's Speech", der jetzt auch bei den Bafta-Awards abräumte.
14.02.2011, 14:00
Lesedauer: 2 Min
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London. Im Jahr von Williams Hochzeit scheinen viele Briten ihre Liebe zum Königshaus wieder zu entdecken - sichtbar anhand des Erfolgs von "The King's Speech", der jetzt auch bei den Bafta-Awards abräumte.

Erst gab es lange Schlangen an den Kinokassen und spontanen Applaus bei Zuschauern im Saal, dann lobten die Kritiker und angeblich sogar die Queen den Film - und nun räumt "The King's Speech" auch noch bei den Filmpreisen ab. Am Sonntagabend bekamen die Macher sieben Exemplare der wichtigsten britischen Auszeichnung, der Bafta-Awards. Jetzt winken die Oscars.

Der Erfolg des mit prächtigen Bildern, guten Schauspielern aber vergleichsweise wenig Geld gemachten Streifens überrascht die Branche. Vielleicht ist die Geschichte um König George VI. einfach genau zum richtigen Zeitpunkt herausgekommen: Im Jahr der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton scheint bei vielen Briten das royale Fieber ausgebrochen.

Kritiker überschlugen sich schon nach dem Start des Films mit Erklärungen. Ähnlich wie beim Erfolgsfilm "The Queen" mit Helen Mirren tue an "The King's Speech" gut, dass man die Königsfamilie auch mal von der menschlichen Seite sehe, lauten Analysen.

Erzählt wird die wahre Geschichte von George VI., dem Vater von Queen Elizabeth II. und Uropa von Prinz William. Offenbar wegen der Kälte und Strenge am Hof, unter der er als Kind litt, stottert er und kann kaum öffentlich auftreten. Zusammen mit einem Sprachtherapeuten (Geoffrey Rush) überwindet er seine Probleme.

Am Ende des Film sei man fast ein bisschen stolz, Brite zu sein und eine Queen zu haben, urteilten selbst linksliberale britische Zeitungen. Dank "König Colin", wie Titelheld Colin Firth mittlerweile genannt wird, hat auch die britische Filmbranche wieder Mut geschöpft. Sie war in den vergangenen Jahren etwas ins Stottern geraten, vor allem, nachdem die neue Regierung bei der öffentlichen Filmförderung kräftig kürzte. Jetzt läuft es wieder flüssiger.

Allein "The King's Speech" soll bis zur Oscar-Verleihung Ende des Monats Schätzungen zufolge 125 Millionen Pfund (149 Millionen Euro) eingespielt haben - ein Vielfaches des Budgets, das wechselnden Angaben zufolge zwischen 10 und 17 Millionen Pfund lag. Er gilt als der erfolgreichste unabhängige Film, der je im Königreich gemacht wurde. Zum Branchenerfolg kommt außerdem noch der letzte Teil der "Harry Potter"-Serie hinzu.

"Das vergangene Jahr war einfach unglaublich", sagte denn auch Potter-Schauspielerin Emma Watson bei der Bafta-Vergabe. "Das macht mich stolz, britisch zu sein." Helena Bonham Carter, in "The King's Speech" als Queen Mum zu sehen, ist sich durchaus des königlichen Einflusses dabei bewusst: "Ich denke, ich sollte mich bei der Königlichen Familie bedanken, die dieses Jahr Großes für meine Karriere getan hat." (dpa)

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