Schwachhausen Titelverleihung am Kippenberg-Gymnasium

Das Kippenberg-Gymnasium trägt seit Dienstag den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Schule will sich für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander stark machen. Als Projektpate wurde der Werder-Spieler Levent Aycicek gewonnen.
14.11.2013, 00:00
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Von Christiane Tietjen

Das Kippenberg-Gymnasium trägt seit Dienstag den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Schule will sich für ein demokratisches und diskriminierungsfreies Miteinander stark machen. Als Projektpate wurde der Werder-Spieler Levent Aycicek gewonnen.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Mit diesem Zitat von Erich Kästner bekräftigte Hermann Pribbernow, Schulleiter des Kippenberg-Gymnasiums, dass er von dem Projekt „Schule ohne Rassismus“ voll überzeugt ist. „Keiner darf bei uns herabgewürdigt oder im Netz verunglimpft werden“, betonte er. Das entspreche auch dem Geist der Schule, der nach den Worten ihres Gründers August Kippenberg auf Freiheit, Frohsinn, Wohlwollen und Wahrheit beruht.

Das Kippenberg-Gymnasium ist die 27. Schule in Bremen, die den ehrenvollen Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen darf. Nahezu 1400 Schulen in Deutschland und eine Million Schüler haben sich seit dem Jahr 2000 dem Netzwerk angeschlossen, und es werden ständig mehr.

Als sich im vergangenen Herbst eine Schülergruppe am Kippenberg-Gymnasium mit den Flüchtlingsgesetzen beschäftigte, rückte damit auch das Thema Rassismus in den Fokus. Zusammen mit Corinna Sührig, Studienrätin für Französisch, Politik und Gemeinschaftskunde, haben sich die Schüler zum Ziel gesetzt, für ein Klima der Wertschätzung und der Anerkennung einzutreten und auch andere zu motivieren, das zu tun.

In einer Vollversammlung informierten sie dann mehrere Hundert lehrende, lernende und arbeitende Menschen an ihrer Schule in Schwachhausen über das Projekt, das die Grund- und Menschenrechte in vieler Hinsicht verteidigt, und sie sammelten Unterschriften. Racine van der Sloot, Johanna Gabert und Philipp Ulbricht nahmen jetzt stellvertretend die Urkunde entgegen und das große Transparent, das ihr Engagement weithin sichtbar werden lässt. „Auch beim Fußball kommt es leider das eine oder andere Mal vor, dass jemand wegen seiner Hautfarbe diskriminiert wird“, räumte Werder-Bremen-Spieler Levent Aycicek ein. Er sehe als frisch gekürter Pate die Aktion als sehr sinnvoll an, betonte Aycicek.

Auftakt zu einer Selbstverpflichtung

Linda Blöchl als Vertreterin der Landeszentrale für politische Bildung wies in ihrer Ansprache darauf hin, dass die Titelverleihung zwar ein Meilenstein sei, aber auch nur ein Auftakt zu einer Selbstverpflichtung. „Jeder kennt das, wenn unter Schülern jemand wegen seiner Religion, seiner sexuellen Orientierung oder seines sozialen Status angegriffen wird, mit Worten wie schwule Sau, du Asi oder du Opfer – das sollte man nicht nachplappern“, appellierte sie an alle Jugendlichen.

Nachdem am Kippenberg- Gymnasium schon bei den rund 1200 Schülern Überzeugungsarbeit geleistet worden ist, findet es Blöchl auch wichtig, dass ältere Schüler die neuen Jahrgänge gleich in die richtigen, couragierten Bahnen weisen. Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ könne bei allen weiteren Aktionen unterstützend und beratend hinzugezogen werden. Dort könne man sich auch Ideen holen für andere Arbeitsformen wie beispielsweise Vorträge und Ausstellungen.

Infos unter www.schule-ohne-rassismus.org

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