Mumins begannen Deutschland-Karriere im Weser-Kurier Tolle Trolle in Bremen

Bremen. Am 9. August jährt sich zum 100.Apropos: Hierzulande wurden die wunderlichen Bewohner des verwunschenen Mumintales zuerst in der Zeitungslandschaft zweier Hansestädte heimisch: Es waren nämlich Weser-Kurier und Hamburger Abendblatt, die Mitte der 1950er-Jahre die ursprünglich für das britische Blatt Evening News konzipierten Drei-Bild-Streifen veröffentlichten. Die Leser reagierten sehr wohlwollend auf die Geschöpfe.
27.07.2014, 00:00
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Tolle Trolle in Bremen
Von Hendrik Werner

Am 9. August jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag der Schriftstellerin und Illustratorin Tove Jansson. Die aus einer Künstlerfamilie stammende Finnlandschwedin, die im Juni 2001 in Helsinki starb, hat ähnlich viel literarischen Anteil an der intelligenten Unterhaltung von Kindern wie eine gewisse Astrid Lindgren. Mumins nannte die fantasiebegabte wie gewitzte Zeichnerin jene nilpferdartigen Trolle, die ihr bereits als Mittdreißigerin Weltruhm eintrugen. Dabei bemisst sich weder die wahre Größe der zierlichen Tove Jansson noch jene der Mumins in schnöden Zentimetern. Kaum ein Mumin beziehungsweise Snork übersteigt einen halben Meter. Die kompakte Physiognomie der mit kurzem Fell und buschigem Schwanz ausgestatteten Kreaturen trägt dazu bei, dass sie als Schwimmer und Taucher, aber auch als Bootslenker eine formidable Figur abgeben. Wer sie plump nennt, gehört ohne Nachtlektüre ins Bett.

Apropos: Hierzulande wurden die wunderlichen Bewohner des verwunschenen Mumintales zuerst in der Zeitungslandschaft zweier Hansestädte heimisch: Es waren nämlich Weser-Kurier und Hamburger Abendblatt, die Mitte der 1950er-Jahre die ursprünglich für das britische Blatt Evening News konzipierten Drei-Bild-Streifen veröffentlichten. Die Leser reagierten sehr wohlwollend auf die Geschöpfe.

Besonders nachhaltig wirkte sich der episodische Abdruck der Mumin-Fährnisse auf einen Bremer Musiker aus. Christian Panse, Jahrgang 1968, wurde als Kind von seiner Oma mit Zeitungsausschnitten versorgt. Die frühe Prägung führte zu einer staunenswerten Website (www.zepe.de), die unendlich viel Wissenswertes über die tollen Trolle verzeichnet. Wer mehr über die Mumin-Urheberin erfahren möchte, greife zu Tuula Karjalainens beachtlicher Biografie. Allen anderen seien die knuffigen Originale in Text und Bild empfohlen.

Neue Literatur: Tove Jansson. Willkommen im Mumintal. Arena, Würzburg. 256 Seiten, 10 . Dies.: Das Sommerbuch. Lübbe, Köln. 204 Seiten, 12 . Dies. u. Lars Jansson: Mumin und der Komet. Reprodukt, Berlin. 44 Seiten, 10 . Tuula Karjalainen: Tove Jansson – die Biografie. Urachhaus, Stuttgart. 320 Seiten, 34 .

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