Elisabeth Leonskaja und die Kammerphilharmonie in der Glocke

Unnachahmliche Eleganz

Bremen. Schon beim ersten Stück, der „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, konnte man hören: Es wird ein hochkarätiges Konzert. Dies ist bei den Auftritten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zwar nicht außergewöhnlich; aber was das Ensemble diesmal unter der Leitung vom Konzertmeister Florian Donderer in der Glocke bot, war ein in jedem Moment fesselndes musikalisches Erlebnis.
07.11.2015, 00:00
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Von Éva Pintér

Schon beim ersten Stück, der „Hebriden-Ouvertüre“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, konnte man hören: Es wird ein hochkarätiges Konzert. Dies ist bei den Auftritten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen zwar nicht außergewöhnlich; aber was das Ensemble diesmal unter der Leitung vom Konzertmeister Florian Donderer in der Glocke bot, war ein in jedem Moment fesselndes musikalisches Erlebnis. Bereits in der Ouvertüre überzeugte das bestens ausgewogene Spiel der Streicher ebenso wie die wunderbaren Bläserpartien; hinzu kam die kontrastreiche Schilderung jener mal pastellfarbigen, mal aufwühlenden Klanglandschaften, mit denen Mendelssohn seine Naturerlebnisse in Schottland ins Musikalische umsetzte.

Spieltechnische Perfektion und tiefe Intensität des Ausdrucks kennzeichneten auch die Wiedergabe des Klavierkonzertes B-Dur von Ludwig van Beethoven. Elisabeth Leonskaja, die Grande Dame der Pianistenszene, lieferte in trauter Einigkeit mit dem Orchester ein Spiel voller unnachahmlicher Eleganz, mit perlendem Anschlag und stringenter motivischer Ausformulierung. Energisch und doch in poetischen Momenten reich erklang der Eröffnungssatz, mit grazilen Klangfarben der langsame Satz und rhythmisch pointiert, ja fast verspielt, das Finale. Für den großen Applaus bedankte sich die Solistin mit dem leidenschaftlich drängenden Schlußsatz aus Beethovens Sonate d-moll (op. 31/2). In der Sinfonie Nr. 3 von Franz Schubert faszinierte nicht nur das exzellente Spiel der Kammerphilharmonie (besonders hervorzuheben sind hier die Oboen- und Klarinettensoli), sondern auch das stilsichere Treffen jener Musiksprache des erst 17jährigen Komponisten, die noch viel aus der Sinfonik eines Haydn und Mozart schöpft, jedoch etwa in plötzlichen Moll-Verdunkelungen oder im anmutigen „langsamen“ (hier eher beschwingten) Satz schon den eigenen sinfonischen Weg vorausahnen läßt. Als Zugabe spielten die Musiker das feenhaft dahinhuschende Scherzo aus Mendelssohns Oktett

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