Kommentar zur Digitalkonferenz re:publica Vergiftete Diskussionen

Die Debattenkultur geht in den Internet-Foren vor die Hunde - mit einem Schulfach Medienkompetenz allein ist es nicht getan, meint Hendrik Werner, Chefreporter Kultur und Medien.
08.05.2019, 18:25
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Vergiftete Diskussionen
Von Hendrik Werner

Bemerkenswerte Beiträge bestimmten die 13. Ausgabe der Digitalkonferenz re:publica, die am Mittwoch in Berlin zu Ende gegangen ist. Dabei ist allein schon das gefestigte Prestige des europaweit größten Medienkongresses beachtlich, der als Nerd-Nischentreffen begann – und in diesem Jahr auf mehr als 500 Veranstaltungen kam, darunter die erstmals durch einen Bundespräsidenten erfolgte Eröffnung.

Frank-Walter Steinmeier setzte zum Auftakt einen wichtigen Akzent, als er sagte, die politische Debattenkultur im Internet neige dazu, toxisch zu werden, lies: vergifte zusehends gesellschaftliche Diskussionen. Dass das Staatsoberhaupt über diese Diagnose hinaus strikte Regeln fordert, um zivile Umgangsformen im Netz durchzusetzen, signalisiert, dass mit liberalen Tugenden wie Einsicht, Konstruktivität und Selbstheilungskraft in der entfesselten Digitalisierung einstweilen nur bedingt zu rechnen ist.

Diesen alarmierenden Befund bestätigten viele Redner. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen warnte zwar vor „Netzpessimismus“, regte indes ein verpflichtendes Schulfach zur Erlangung von Medienkompetenz an. Er hätte hinzufügen können: auch für Erwachsene.

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