Vielfältige Designausstellung mit Abschlussarbeiten der HfK-Studierenden im Wilhelm-Wagenfeld-Haus

Von der Erfindung der Dinge

Die Hochschule für Künste (HfK) Bremen und die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) präsentieren derzeit gemeinsam in der zweimonatigen Ausstellung „EX_IT – Best of HfK Design 2014“ im Wilhelm-Wagenfeld-Haus die aktuellen Abschlusswerke der Studiengänge Integriertes Design und Digitale Medien. Bereits zum vierten Mal findet die Exposition statt, Mehr als 50 Werke sind unter dem Motto „EX_IT“ zu sehen sein.
21.11.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von MEIKE ROTERMUND
Von der Erfindung der Dinge

Bike-Alarm hat der HfK-Designstudent Dennis Siegel diesen feuerroten Fahrradsattel genannt, der zu den aktuellen Exponaten der HfK-Studenten im Wilhelm-Wagenfeld-Haus gehört. Noch bis Ende Dezember sind die Arbeiten hier zu sehen.

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Die Hochschule für Künste (HfK) Bremen und die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) präsentieren derzeit gemeinsam in der zweimonatigen Ausstellung „EX_IT – Best of HfK Design 2014“ im Wilhelm-Wagenfeld-Haus die aktuellen Abschlusswerke der Studiengänge Integriertes Design und Digitale Medien. Bereits zum vierten Mal findet die Exposition statt, Mehr als 50 Werke sind unter dem Motto „EX_IT“ zu sehen sein.

Die Augen von Stefanie Neumann leuchten, während sie über ihre Arbeit spricht: „Meine Mission lautet, ausgemusterten Dingen ein zweites Leben einzuhauchen und gealterte Schätze mittels kleiner, gestalterischer Eingriffe wieder reintegrierbar in den modernen Wohnkontext zu machen.“ Denn, so ergänzt die diplomierte Designerin: „Alte Dinge erzählen nicht nur vom gelebten Leben, sondern lassen sich in neue Anwendungen bringen.“

Um ihre raumgreifenden gestalterischen Ideen für ihre Abschlussarbeit an der Bremer Hochschule für Künste umzusetzen, hatte sich die 35-Jährige in die Gleishalle am Güterbahnhof eingemietet. Dort schuf sie temporär eine ganze Reihe an atmosphärischen Interieurs aus neu- und umgestalteten Objekten. Die Dinge für ihr künstlerisches Wirken findet die leidenschaftliche Sammlerin auf Flohmärkten. Als gelernte Holzbildhauerin, die im Anschluss Grafikdesign studierte, freut sich die Bremerin, bei der Gestaltung ihrer persönlichkeitsstiftenden Interieurs Anteile von beiden Ausbildungen integrieren zu können, denn ihre Lieblingsdisziplin, so ihre eigene Aussage, sei die Vielfalt.

Eine ihrer harmonischen Gestaltungsideen findet sich derzeit im Wilhelm-Wagenfeld-Haus ausgestellt: Ein Arrangement um drei Stühle, bei dem sich ein genaueres Hinsehen lohnt.

Dies ist ein Beispiel von rund 50 Bachelor-, Master- und auch Diplomarbeiten Studierender der Hochschule für Künste aus den Studiengängen integriertes Design und digitale Medien, die derzeit in der Werkschau EX_IT versammelt sind. So vielfältig wie das Spektrum des Designs, sind auch die Themen und Gestaltungen der versammelten Arbeiten. Vom klassischen Produktdesign bis zur ungewöhnlichen Umsetzung einer Selbsterfahrung wird in der umfangreichen Schau über das Entstehen der Dinge reflektiert, häufig mit einem integrativen Ansatz. Anschaulich wird gezeigt, dass auf dem Weg zum Design geforscht und reflektiert wird. Es wird verworfen, gezeichnet und entworfen, bis schließlich eine Problemlösung gefunden ist und etwas Neues konkret umgesetzt wird.

Nicht zum ersten Mal findet sich die Präsentation der Abschlussarbeiten an diesem dem Designer Wilhelm Wagenfeld gewidmeten Ort. Doch erstmals wird diese Jahresausstellung kuratiert durch eine Gruppe Studierender, die die schwer fassbare Vielfalt in fünf übergeordnete Themen gegliedert haben. Es wird ein facettenreicher Bogen gespannt vom Ex_plore_it, wo unkonventionelle Fragestellungen, Ideen und Entwürfe auf moderne Technologien und neuartige Ansätze treffen. Das Vermitteln ist Thema im Raum: Ex_plain_it. Hier kann zum Beispiel die anspielungsreiche ,Schurkerei – eine spruchreife Laufbahn‘ durchblättert werden. Das humorvolle Projekt von Saskia Spieker versammelt eine Auswahl an Redensarten, beschreibt ihre Bedeutung und Herkunft und schafft in grafischen Darstellungen neue Bezüge.

Dass Design mehr ist als funktionale Gestaltung, zeigen die expressiven Ausdrucksweisen in der Abteilung Ex_press_it, wo auch die „Stühle in drei Generationen“ von Benedikt Jährling zu finden sind. Das Folgemodell leitet sich hier jeweils vom vorherigen ab. Die Arbeiten zum Themenkomplex Ex_tract_it nähern sich behutsam den Phänomenen, welche außerhalb des vermeintlich Normalen oder sozialer Standards liegen. Hier reflektieren zum Beispiel Marthe Trottnow und Susanne Wendlandt in – im wörtlichen Sinne – einnehmender Form über das Scheitern. Beim Thema Ex_pand_it geht es schließlich um die Verbesserung einer Situation, strukturelle Veränderungen und neue Kombinationen. So in dem integrativen „Cobrio Projekt“ der aus Thailand stammenden Jittinan Kitsumritiroj, die in ihrem Projekt die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt in den Blick nimmt. Auch findet sich hier das „Interspecies Design“ von Birte Tönnies, Möbel, die das Zusammenleben zwischen Haustieren und Menschen verbessern helfen.

Die Ausstellung EX_IT zeigt noch bis zum

30. Dezember im Wilhelm-Wagenfeld-Haus, Am Wall 209, zeitgenössisches Design. Die Öffnungszeiten sind: Dienstag 15 bis 21 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.

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