30-jähriges Jubiläum Kellner Verlag

Von der Kündigung zum Buchverlag

Dass die bremische Miss Marple, die Frau Friese heißt, in der gleichnamigen Krimireihe im Stadtteil Peterswerder Morde aufklärt, ist Klaus Kellner zu verdanken. Seit 30 Jahren veröffentlicht der Verleger Geschichten über die Hansestadt und umzu. „Der KellnerVerlag ist nicht sehr bekannt“, sagt er, „die Bücher aber schon.
11.08.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lena Häfermann
Von der Kündigung zum Buchverlag

Klaus Kellner veröffentlicht Geschichten aus Bremen und umzu.

Lena Häfermann

Dass die bremische Miss Marple, die Frau Friese heißt, in der gleichnamigen Krimireihe im Stadtteil Peterswerder Morde aufklärt, ist Klaus Kellner zu verdanken. Seit
30 Jahren veröffentlicht der Verleger Geschichten über die Hansestadt und umzu. „Der KellnerVerlag ist nicht sehr bekannt“, sagt er, „die Bücher aber schon. Und das ist ja schließlich das Wichtigste.“

Neben Regionalkrimis finden sich besondere Stadtführer und Bremensien, Fachbücher für Interessenvertretungen, Eisenbahner und Segelsportler, internationale Kochbücher sowie Real-Romane im Programm. Vor allem für kleine Verlage gelte es, Nischen zu finden, erläutert Kellner. Das Verlagsgeschäft hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert. Als neue Medien sind Hörbücher und E-Books hinzugekommen. Der Onlinehandel und große Buchhandelsketten fordern heraus. „Man muss sich stets Neues einfallen lassen, um die Leser zu begeistern“, sagt der Fachmann, der als ReiseKellner seit 2004 sogenannte Reisen zum Buch organisiert. Diese führen etwa Fans von Inspector Barnaby zu Originaldrehorten rund um Oxford sowie Kunstliebhaber auf den Spuren der Malerin Paula Modersohn-Becker nach Paris.

Daneben gibt der Verlag zweimal im Jahr das regionale Seniorenmagazin „rostfrei“ heraus, und verlegt in Kooperation mit der Sozialsenatorin die Jahresbroschüre „Älter werden in Bremen“.

Ein Thema liegt dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär persönlich am Herzen: Waren sie in den Anfängen der Hauptbestandteil, bilden Bücher für Interessenvertretungen nach wie vor einen der Schwerpunkte seines Portfolios. Die Gründung seines Verlags basiert dabei eher auf einem Zufall: Eigentlich wollte Kellner eine Weiterbildung des Harvard University Gewerkschaftsprogramms besuchen. Als er dafür keinen Urlaub bekam, kündigte er kurzerhand, flog nach Boston und nahm an der Fortbildung teil. Im Anschluss arbeitete Kellner einige Monate als Reiseleiter in den USA. „Aber das Abenteuer war der Verdienst, die Bezahlung nur ein Taschengeld“, sagt er. Wissend um den erheblichen Bedarf an Fachbüchern für Nicht-Juristen beschloss er, diesen mit neuartigen Produkten zu decken. Sein Erstlingswerk war der „Büro-Ordner für Betriebsräte“ mit Kopiervorlagen und Erläuterungen rund um Arbeitsvorgänge im Betriebsrat. Das Buch ist inzwischen in der neunten Auflage erhältlich. Ebenso aus Kellners Feder stammen
die Nachschlagewerke „AntiKündigungsBuch“ und „Betriebsrat – was tun?!“.

Nach ein paar Jahren wurde es Zeit für Programmergänzungen, und Kellner konzipierte einen kleinen Reiseführer für die Hansestadt: „1994 war Bremen auf dem Radar der großen Reiseführerverlage noch nicht präsent. Unser Bremen-Pass im handlichen Hosentaschen-Format war einzigartig.“

Heute gibt der KellnerVerlag jährlich rund 400 Bücher heraus. Doch das war nicht immer so. „In den ersten 20 Jahren haben wir vielleicht fünf bis sechs Bücher pro Jahr herausgegeben. Erst in den vergangenen Jahren ist das Verlagsprogramm stark gewachsen“, erläutert Kellner. Bis 1990 war der Verlag ein Ein-Mann-Unternehmen. Die ersten Angestellten kamen mit dem Versandbuchhandel dazu. 1998 erwarb der Firmenchef eine Büroetage am St. Pauli Deich 3, bis heute Verlagssitz.

Weitere Infos gibt es unter Telefon 0421 / 778 66 sowie unter www.kellnerverlag.de.

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