Autoren präsentieren das Buch „Mordlichterglanz – 24 Weihnachtskrimis zwischen Watt und Weser“ in der Villa Sponte

Von Friedenssoldaten und Weihnachtskillern

Bremen. Haben Salafisten die Tanne auf dem Bremer Weihnachtsmarkt geköpft? Und wer hat die Besucher der Christvesper in Varel auf einen LSD-Trip geschickt? Fragen wie diese beschäftigen die Autoren von „Mordlichterglanz“. 24 Schriftsteller haben zwei Dutzend Weihnachtskrimis „zwischen Watt und Weser“ in dem jüngst erschienen Band versammelt.
31.10.2015, 00:00
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Von Friedenssoldaten und Weihnachtskillern
Von Jan Oppel
Von Friedenssoldaten und Weihnachtskillern

Lesung "MORDLICHTERGLANZ"

China Hopson

Haben Salafisten die Tanne auf dem Bremer Weihnachtsmarkt geköpft? Und wer hat die Besucher der Christvesper in Varel auf einen LSD-Trip geschickt? Fragen wie diese beschäftigen die Autoren von „Mordlichterglanz“. 24 Schriftsteller haben zwei Dutzend Weihnachtskrimis „zwischen Watt und Weser“ in dem jüngst erschienen Band versammelt.

Zur Buchpremiere in der Villa Sponte am Osterdeich sind nur 14 Autoren erschienen, ungeachtet dessen ist der Saal bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Lesung voll besetzt. Zuschauer und Schriftsteller eint ihr fortgeschrittenes Alter.

Als erste Autorin des Abends tritt die Bremerin Sonja Höstermann, im Hauptberuf Webdesignerin, ans Rednerpult. Der Pro-

tagonist aus „Der Friedenssoldat“ hat als Stabsunteroffizier den Krieg in Afghanistan überlebt. Im friedlichen Bremen kämpft Sven jetzt gegen seine posttraumatische Belastungsstörung. Mit Medikamenten und einer Therapie versucht der junge Mann während der Weihnachtszeit seine schrecklichen Erlebnisse am Hindukusch zu verarbeiten. Ob es gelingt, oder ob es in einem Desaster endet, lässt Höstermann offen.

Kerstin Brichzin entführt die Besucher auf den Oldenburger Lambertimarkt. Ihre Geschichte demontiere das oft zu perfekt dargestellte Weihnachtsbild, erklärt die Lehrerin aus Sachsen. Die Hauptfigur ihres Kurzkrimis „Wohin des Wegs heute Nacht?“ heißt Bente. Auf dem Weihnachtsmarkt betrinkt sich die junge Frau zwischen Räuchermännchen und Bratwurstbuden mit reichlich Eierpunsch und muss einen ebenso angeschickerten Weihnachtsmann-Darsteller abwimmeln, der nichts Gutes im Schilde zu führen scheint.

Auch vor dem echten Weihnachtsmann machen die Krimi-Verfasser nicht halt. Christian Jaschinski, der neben den Moderatorinnen Heidrun Immendorf und Corinna Gerhards auf dem Sofa Platz genommen hat, kommt aus dem ostwestfälischen Lemgo. Wie seine Vorrednerin arbeitet auch er als Lehrer. „Als BWL-Lehrer“, wie Jaschinski selbst korrigiert. „Sind theoretische Physiker unter uns?“,

fragt er in die Runde. „Nein?“ Nein. Dafür gibt es Lacher aus dem Publikum. In Jaschinskis Geschichte „Es kann nur einen geben“ existiert der Weihnachtsmann dank Quantengravitation tatsächlich und räumt mit allerlei Gerüchten um den Rauschebart vom Nordpol auf. Jaschinskis Weihnachtsmann hält die Hauptanteile am Coca-Cola-Konzern, lebt in Ostfriesland und ist, man kann es erahnen, vermutlich ein Krimineller.

Heidrun Immendorf (Hg.): Mordlichterglanz. Leinpfad, 302 Seiten, 11 .

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